Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516122
Jlladuzzna 
dem 
(1 NS 
Hause 
Alba. 
129 
kniende kleine Johannes dargereicht. Der landschaftliche 
Ilintergrund erinnert an die Ufer des Tiber. SieheI S. 176- 
Das köstliche Bild ist im Wesentlichen wohl erhalten, 
nur ein durch die Mitte des Bildes und den Kopf der Ma- 
ria gehender Sprung ist sorgfältig hergestellt und an der 
Stirne des Johannes sind einige Lasuren weggenommen. 
Die Landschaft war, vielleicht nicht ohne Absicht, ganz 
dick übermalt, so dass die Farben mit einem Messer abge- 
nommen werden konnten, ohne irgend das Bildzu beschä- 
digen. Der Behandlungsweise nach scheint es Rafael bald 
nach seiner Ankunft in Rom gemalt zu haben. Der Fal- 
tenwurf am blauen Mantel der Maria hat etwas Kleingebro- 
chenes, was sehr an die Behandlungsart des Gewandes der 
Maria in der heiligen Familie von Michel Angelo erinnert, 
welche einstens Angelo Doni besessen (jetzt in der 'l'ribune 
zu Florenz), und hier dem Rafael vielleicht im Sinne ge- 
wesen sein mag. Ehedem befand sich Rafaefs Bild in der 
Olivetanerkirche zu Nocera de' Pagani im Neapolitanischen  
woraus es der Vicekönig, Marchese del Carpio, um 1000 
Scudi erstand. Nachmals treffen wir es in der Gallerie des. 
Herzogs von Alba in Madrid und von Don Ant. Conca in 
seiner Descrizione Odeporica della Spagna, Parma 1793 I 
p. 236, beschrieben. Daselbst befand sich auch noch eine 
alte Copie des Bildes. Der Sage nach soll nun die Her- 
zogin von Alba ihrem Arzte, dem sie bei einer schwe- 
ren Krankheit die Rettung ihres Lebens zu danken glaubte, 
die zwei Bilder, das Original und die Copie vermacht ha- 
ben. Bald darauf im Jahr 1801 starb sie, worauf der Arzt 
in den Verdacht gekommen sei, sie vergiftet zu haben, ver- 
haftet wurde und nur durch Verwendung des Fürsten de 
1a Paz wieder die Freiheit erlangt habe. Aus Dankbarkeit 
habe der Arzt dem Fürsten eins jener Bilder geschenkt; 
das andere habe er an den dänischen GfSßlldtßn Grafen 
von Bureke verkauft, der es nach London brachte. Als 
1) Vielleicht kam es durch Paolo Giovio dahin , da er von Cle- 
"lens VII zum Bischof von Nocera war ernannt worden. Siehe auch 
Weiter unten die Notiz vom Padre Resta. 
Ü. 9
        

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