Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516064
Rafa el's 
Bilzlvziss, 
123 
 sieht durchs Fenster in eine Landschaft mit mehreren Ge- 
bäulichkeiten, unter denen das eine Ähnlichkeit mit dem 
Grabmal der Cecilia Metella bei Rom hat. Rafael ist hier 
in einem Alter von etwa 25 Jahren dargestellt, mit feiner, 
langer Nase, vollem Mund, schmalem, aber rundlichem Kinn. 
Seine offene Stirne begrenzen sanft gewölbte Augenbrauen; 
sein beobachtender Blick ist nach dem Beschauer gewen- 
det und die schöne, sanft bewegte Linie der Wange schwebt 
zwischen jugendlicher Fülle und der Hagerkeit geistiger 
Gluth. Ich habe schon I S. 173 die Vermuthung ausge- 
sprochen, dass dieses Portrait dasjenige sein dürfte, wel- 
ches er in einem Brief vom 5. September 1508 für seinen 
Freund F rancesco Francia zu malen versprochen hatte. Äl- 
tere Schriftsteller geben keine bestimmte Auskunft darüber, 
indessen erwähnt Scanelli (Mierocosmo della pittnra etc. 
Cesena 1657 p. 169) ein sehr schönes Portrait Rafaefs von 
sich selbst gemalt in der Gallerie zu Modena, fast von vorn 
gesehen, den Beschauer anblickend, wohl stark Lebens- 
grösse, welches anerkannt echt sei, und das in Frage ste- 
hende sein dürfte. Auch findet es sich in der handschrift- 
lichen „Descritione delle pitture esistenti nella Ducal galle- 
ria di Modena l'anno 1'744", die in der herzoglichen Bi- 
bliothek aufbewahrt wird, verzeichnet wie folgt: „Ritratt0 
"di llaifaello di Urbino, dipinto de se medesimo." Eine 
Anmerkung sagt aber: „si e perduto." Siehe Pungileoni 
p. 283.   
Einer Sage nach, deren Ursprung ich nicht habe auf- 
tinden können, besass Ant. van Dyck ein, wie oben be- 
schriebenes Portrait Rafaelis, welches Paul Pontius von der 
Gegenseite in Kupfer gestochen hat. Zwei Exemplare des 
Bildnisses sind jetzt bekannt, von denen ich aber keines 
selbst gesehen habe. Nach einer Nachricht in der Real 
Galleria di hFirenze I p. 5 und bei Longhena p. 653 be- 
Sitzt das eine der Prinz Adam Czartoryslfy, Welcher CS 
im Jahr 1807 in Venedig erstand. Es gibt einen Umriss 
von demselben, gestochen von Felice Zeliavzi, mit der An- 
gabe, dass sich das Bild bei Sig. Niccola Antonioli in Vene- 
dig befinde. Das andere, welches vor mehreren Jahren in
        

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