Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515796
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Ziznmer 
della 
Segnatura. 
senen Symmetrie und an innerm Zusammenhang alles über- 
trifft, was bis zu jener Zeit noch war geleistet worden. 
Auch behauptet dieses Werk, trotz seiner Ungleichheiten, 
einen der ersten Plätze selbst unter denen des Meisters, 
da es uniibertroifen ist in der dem Gegenstand so ange- 
messenen, feierlichen Haltung des Ganzen, im Adel der 
einzelnen Gestalten und in deren schöner Gruppirung; au 
Tiefe und Lebendigkeit der Charakteristik aber wird es von 
keinem Werke der neuern Kunst erreicht und besitzt gegen 
die antike Kunst den grossen Vorzug, bei einer tiefen], 
christlichen Anschauungsweise, eines jener ungekannten 
Reichthums der Charaktere. Auch in der Färbung ist das 
Gemälde schon ausgezeichnet, da es nicht nur in einzelnen 
Theilen, wie z. B. in dem Kopf des h. Gregor, von einem 
kräftigen und glühenden Colorit ist, sondern auch im All- 
gemeinen von einer Harmonie, welche selten erreicht wird, 
und bei der Frescomalerei als einer der schwierigsten Theile 
muss betrachtet werden, sobald es sich von grossen Flä- 
chen handelt. Welche Anstrengungen Rafael sich es ko- 
sten liess, das ihm Erreichbare zu erzielen, wie er sich 
nicht mit seinen ersten, wenn gleich schönen Entwürfen 
begnügte , sondern nach immer grossartigerer Haltung strebte, 
damit seine Idee sich mit mehr Klarheit und Kraft ausspre- 
che, davon geben uns noch manche bis auf unsere Zeiten 
erhaltene Entwürfe und Studien sprechende Belege. Ich 
mache hier nur aufmerksam auf die ersten Entwürfe in den 
Sammlungen. des Königs von England und bei Crozat (Verz. 
N. 295 und 560), um sie gegen die spätern in der Samm- 
lung des Erzherzog Karl und im Nachlass Lawrence (N. 207, 
374 und 379) zu vergleichen.  
 Entwürfe und Studien zum Gemälde der 'l'he0l0gie. 
a) Ersfer Entwurfzum obern und nntern Theil links; 
in der Samml. des Königs von England. Verz. N. 295.  
b) Zwei erste Entwürfe auf einem Blatt, zu demuntern 
Gruppen rechts und links. Gest. Yon v. Caylus aus der 
Samml. Crozat. Verz. N. 560. 
c) Entwurf zum untern Theil rechts, unbekleidete Fi- 
guren. Samml. Crozat. Verz. N. 561.
        

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