Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515780
clellu 
Zinzmer 
Segnulura. 
95 
der Mitte des untern Raums steht der Altartisch mit aus- 
gestelltem Sacrament. Zur Linken befinden sich Q3, zur 
Rechten 20 Figuren, Geistliche, Theologen und sonst Leute 
aus dem Volk. Siehe I S. 140. 
In der Benennung der dargestellten Personen folgte 
ich, meist den in den Nimbus eingeschriebenen Namen, 
wie bei Anaclet, Bonaventura, Thomas von Aquin u. a. m. 
Einige sind Portraite, wie Dante, Savoilarola und Fra An- 
gelico da Fiesole; noch einige andere sind dafür zu neh- 
men, aber nicht mehr gekannt, wie z. B. die zwei Bischöfe 
hinter dem h. Hieronymus. Vasari, der von diesen Bildern 
sehr verwirrt spricht, erwähnt den h. Franciscus, Domini- 
cus und Liranus, die aber hier nicht aufhufixiden sind. Wo 
die Namen der dargestellten Personen nicht mit Sicherheit 
können angegeben werden, habe ich nichts behauptet, öf- 
ters geschwiegen, um nicht mit Bellori und Montagnani in 
gewagte Angaben zu verfallen. Dieses gilt von diesem Ge- 
mälde sowohl, wie auch von den drei andern dieses Zimmers. 
Die Disputa, das ersteivon Rafael im Vatican ausgeführte 
Gemälde, erinnert an die Werke der ältern Florentiner: 
Dieselbe Disposition des Himmels wie bei Orcagna im Campo 
Santo, bei Fra Angelico da Fiesole und Fra Bartolomeo. 
In den Figuren der untern Abtheilung, wo keine typische 
Vorbilder einen historischen Charakter bestimmen, sehen 
wir mehr portraitähuliehe Gestalten. In der Behandlung 
des Fresco sind, wie bei Perugino, noch viele Schraffirun- 
gen und mit Gold aufgesetzte Verzierungen angebracht. In- 
dessen ist der Ausdruck aller Köpfe in hohem Grade le- 
bendig und den Charakteren der dargestellten Personen ent- 
sprechend; die mit Geschmack angewendeten Goldverzie- 
rungen im obern Theil des Himmels Stimmen zu dessen 
symbolischer Herrlichkeit. Hinsichtlich der Behandlungsart 
im Frescomalen, so erwarb Rafael selbst Schon in diesem 
Bilde nach der rechten Seite zu eine grössere Freiheit, 
so dass er der Nachhülfe mit Schraffirungen in Leimfarbe 
aufs Trockene weniger bedurfte. Wie gross lllld meister- 
lich aber erscheint hier schon Rafael in der Composition, die 
an Reichthum und Tiefe, an freier Anordnung einer gemes-
        

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