Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509177
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Pieiro 
Perugizzo. 
ein reizendes Colorit die schöne Anordnung noch erhöhte. 
Zu diesen" Bildern gehören n. a. jenes Altarblatt, welches 
sich jetzt in der Kirche S. Giovanni la Calza zu Florenz 
befindet. Es stellt Christus am Kreuze dar, unter welchem 
die kniende Magdalena, S. I-Iieronyznus, S. Franciscus auf 
der einen Seite, zur andern Johannes der 'I'äufer und der 
selige Giovanni Colombini, eine schöne Portraitligur. Nicht 
minder ausgezeichnet, und entschiedener in des llleisters 
eigenthümliclier Art, mit der Jahrsza-hl 1495 bezeichnet, 
ist jenes köstliche Bild des Leichnams Christi, den seine 
Jünger und die Frauen beweinen. Aus der Sammlung der 
Florentiner Akademie kam es erst kürzlich in den Palast 
Pitli  Von demselben Jahre ist die herrliche Altartafel 
mit der Himmelfahrt Christi, ehedem in S. Pietro maggiore 
zu Plerugia, jetzt im Lyoner Museum, welches von Vasari 
als das schönste von Perugino in Oel gemalte Bild bezeich- 
net wird. In Deutschland bewahrt die Gallerie des Belve- 
dere in Wien zwei ausgezeichnete lliadonnenbiider, von de- 
nen das grössere die Jahrszahl 1493 trägt. Auch der 
jetzige König von Baiern hat aus der Capelle Nasi in der 
Kirche S. Spirito zu Florenz ein herrliches Bild dieses 
Meisters erworben, welches die h. Jungfrau darstellt, wie 
sie dem h. Bernhard erscheint. Zuletzt noch nenne ich ein 
Altarblatt von gleichem Verdienst in der Kirche S. Maria 
nuova zu Fano mit der Jahrszahl 1497. Es stellt eine von 
sechs Heiligen umgebene Madonna dar. In allen diesen 
und noch andern Werken jener Zeit erblicken wir einen 
Künstler, der in den Anordnungen sich meist noch an das 
Herkömmliche, an die friihern Typen der iiltern christlichen 
Kunst hielt, dabei aber eine gründliqhere Zeichnung und 
den allseitigen Natursinn bei den Florentinern hatte ken- 
nen gelernt, und dessen Schönheitssinn und Individualität 
der Umbrischen Schule, nach dem Anklange des ältern 
Niccolö Alunno, entschieden jenen reizenden Charakter ei- 
ner sehnsuchtsvollexi Begeisterung gegeben, der entzüekte, 
1) Nie. Hoif aus Frankfurt a. 
phie davon geliefert. 
hat eine gelungene Lithogra-
        

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