Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509163
Pietro 
Perzzgiwzo. 
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Vater ausgezeichnet  und der durch seine von himm- 
lischer Liebe und Sehnsucht glühenden Gebilde  alle edle 
llerzen eingenommen hatte. Diesem nun wurde das Glück 
zu Theil, der Lehrer des grössten und liebenswürdigsten 
aller Maler zu werden; ja in ihm sein eigenes Wesen ver- 
jüngt und zu höherer Schönheit verklärt neu aufblühexl und 
zu grösserer Ielerrlichkeit sich entfalten zu sehen. Wer 
wird nicht gerne glauben, dass bei RafaePs lieblicher Ge- 
stalt, seinem treuen" und unbefangenen Wesen, von dem 
Feuer eines tiefen Gemüthes durchglüht, schon das erste 
ZusammentreHen des Meisters mit dem Knaben, welcher 
der grösste der Meister werden sollte, etwas geheim freu- 
diges hatte? Und _wer wird die Wonne aussprechen, als 
der liebende Lehrer die Riesenschritte seines ihm so er- 
gebenen, aber ihn weit überragenden Schülers beobachtete. 
Ilätten wir von Pietro Perugino eine Hauschronik gleich 
der des Francesco Francia, welcher ausser den Familienan- 
gelegenheiten auch den Ein- und Austritt seiner Lehrlinge 
und Gehülfen darin verzeichnet, so könnte mit Bestimmt- 
heit qangegeben werden, in welchem Jahre Rafael zu sei- 
nem Meister in die Lehre gekommen. Indessen ist es wahr- 
scheinlich, dass dies im Jahre 1495 erfolgte. Damals stand 
Perugino auf der höchsten Stufe seines künstlerischen Ruh- 
mes, den er hauptsächlich seinen frühern Werken verdankte, 
in denen sich das in Florenz erworbene Studium und eine 
eigene Sehnsucht und Lieblichkeit des Gemüths offenbarte, 
Ü  
1) In folgender Stelle seinen Reimchronik:  
Due glovinf par d'etate e par d'amori 
Leonardo da Vinci e 'l Perusino 
Pier della Pieve, che s0n' divin pittori. 
Daraus ergibt sich nebenbei, dass Pietro sich schon früher als 
im Jahr 1495 zu Perugia niedergelassen hatte, wie Annibale Ma- 
riotti und Andere nach ihm annehmen, weil er am 8. März 1495 die 
Altartafel mit der Himmelfahrt Christi für die Benedictinerkirche in 
Perugia übernommen habe, aber die Jahre vorher, 1493 für die 
Kirche S. Domenico zu Fiesole und 1494 für die Augustinerkirßhe 
Zll Cfelllßlla sei beschäftigt gewesen. Allein wwwarum konnte er nicht 
diese Tafeln dahin gesendet haben, wie dieses mit andern Heißer 
Bilder der Fall war?
        

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