Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509153
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lßzrfllcl- (Zur 
Lehrling. 
Venedig mit einer Dcdication an den Ilerzog Gnidubaldo 
von Urbino drucken liess  Allein alle diese Angaben 
sind eben so wenig historisch begründet, als wahrschein- 
lich bei der damals noch grosseil Jugend Rafaefs. 
Begründeter dürfte unsere Vermuthung sein, dass Ra- 
fael kein Bleiben mehr im väterlichen Hause haben konnte, 
nachdem Seine Stiefmutter hier einen solchen Unfrieden an; 
gerichtet hatte, dass sie selbst nicht mehr darin wohnen 
wollte, dafür aber Entschädigung an (ield verlangte; wälr 
rend andererseits ihr Schwager Don Bartoloineo ihr die Bee 
friedigung selbst rechtmässiger Anforderljng-en versagte, so 
dass es zu Klagen und Entscheidungen vor dem geistlichen 
Gerichte kam, in welchem zum wenigsten der Name Ra- 
fael's., als des Ilaupterben des Vermögens mit verliochten 
wurde, "wie dieses jetzt noch aus den Acten zu erse-- 
hen ist 2).  
Ilnter solchen Umständen traf wohl lialäels Üheim Si- 
monc Ciarla mit dem V ornnnlde Don Bartolomeo die Über- 
einkunft, das sich mächtig entfaltende '_l'alent seines ge- 
liebten Neffen zur Leitung und Ausbildung einem der ersten 
Meister der Zeit anzuvertrauen. Da nun Urbino damals 
durch das Ansehn seines Fürsten mit allen grossen Städten 
Italiens in Verbindung stand, so dürfte über die Wahl des 
Meisters manches hin- und hergesprochen worden sein. 
Andrea Mantegna, wie wir wissen, war vom alten Giovanni 
besonders hoch geachtet; Francesco Francia zu Bologna 
fand in Timoteo Viti seinen Vorsprecher; in Venedig hatte 
Giovanni Bellini eine blühende Malerschule gegründet, und 
ans Mailand hörte man von den Wundern des Leonardo 
da Vinci; allein in der Nachbarschaft, in Perugia lebte 
Pietro Vannucci aus Citta della Pieve, den schon Rafaefs 
1) Nachrichten über diesen Gelehrten theilt Pungileoni mit im 
Giornale Arcadico'1835 vol. LXII u. LXIV.  S. auch den Bericht 
darüber von Dr. Gaye im Stuttgarter Kunstblatt vom 30. August 1836. 
S. im Anhang I. 
Bernardina. 
Artikel
        

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