Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509094
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Giovanni gewürdigt. 
würdiger, ernster Charaktere, als reizender Anmuth, be- 
sonders in den Kindern. Indessen muss auch zugegeben 
werden, dass er weder die Gründlichkeit in Zeichnung und 
Perspective des von ihm so gepriesenen Andrea Mantegna 
besass, noch den Liebreiz eines Francesco Francia, noch 
den männlichen Ernst eines Luca Signorelli, oder den küh- 
nen Schwung seines Freundes Melozzo da Forli. Er kann 
daher unter den Künstlern seiner Zeit nicht grade zu den 
Ausgezeiehneten gezählt werden, welche eine neue Bahn 
gebrochen, wohl aber gehört er zu jenen gewissenhaften, 
mit Talent begabten Malern, welche überall das Gute er- 
kennend, nach Kräften es sich anzueignen streben und 
Werke geliefert haben, welche Anerkennung verdienen und 
erhalten werden, so lange der Sinn für sittliche Schönheit 
bei den Menschen lebendig bleibt. S0 lebe denn sein durch 
Unkenntniss öfters mishandeltes Andenken auch wieder bei 
nns, als ein ehrenwerthes auf, nicht nur wie es ihm wegen 
des Ruhmes, der Vater des grössten aller Künstler zu sein, 
geworden ist, sondern auch um seiner eigenen 'l'iichtigkeit 
und mannichfachen trefflichen Leistungen willen, wie es eine 
liebevolle Gerechtigkeit erheischt.
        

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