Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509071
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G'z'0vanni's 
Testament. 
ter des Vaters Obhut heranwuchs und in der Kunst dessen 
Art und WVeise nachahmte. Dass er aber auch die Male- 
reien eines Fra Angelico da Fiesole in Forano bei Osimc, 
und die des Gentile da Fabriano in der Einsiedelei von Val 
di Sasso bewundert habe und sein jugendliches Gemüth da- 
durch ergriffen worden sei, liegt zwar im Reiche des Mög- 
lichen, ist aber eine willkürliche Annahme des Canonicus 
Claudio Seraiini in einem Briefe an Lanzi. Nicht minder 
erscheint als solche die Angabe des Marchese Watfei, dass 
er in der lateinischen Sprache den Unterricht des Francesco 
Venturini  erhalten habe, der sich grade um diese Zeit 
in'Urbin0 niedergelassen hatte. _Venturini war in der ueuern 
Zeit der Erste, welcher eine vollständige lateinische Gram- 
matik schrieb und hatte den Michel Angelo zu Florenz in 
dieser Sprache unterrichtet. Fände sich nun obige Vermu- 
thung "des Maiiei gegründet, so hätte Rafael bereits im zar- 
testen Alter Kunde von dem eminenten'l'alentc seines nach- 
maligen grossen Nebenbuhlers erhalten, vielleicht schon da- 
mals sich durch ihn zur Nacheiferung angespornt gefühlt. 
Wir wenden 11118 nun "wieder zu Meister Giovanni, um 
ihn auf seinen letzten Wegen zu begleitenydenn auch das 
Glück der Ehe mit Bernardina sollte er nicht lange ge- 
niessen, indem er noch im kräftigsten lilannesalter die 
Stunde seiner Auflösung herannahen sah. Er fasste sich in 
christlicher Ergebung- und bestellte seine häuslichen Ange- 
legenheiten durch Abfassung eines Testaments, das er zwei 
Tage vor seinem Ilinscheiden, am Q9. Juli 1494, nochmals 
in einigen Verfügungen änderte. Seinen Bruder Don Bar- 
tolomeo ernannte er zum Vormund seines Sohnes Rafael, 
und seinen Schwiegervater Pier Parte zum Curator des Kin- 
1) Francesco Venturini liess im Jahre 1494 zu Urbino seine la- 
teinische Grammqtik bei Magister Heinrich aus Köln drucken. Sie 
enthält folgende Schlussschrifh.Impressus Urbini per MagistrumHen- 
ricum de Colonia imperante Duce Guidubaldo cum Illüno D. Octa- 
viano Ubaldino anno salutiferae Incarnationis. MCCCCXCIIII.  
Derselbe Drucker hatte das Jahr zuvor in Urbino herausgegeben: 
Tracgams de Paleis et Olivis, Urbini per Magistrnm Ilenricum de 
Colonia 1493 Mens. Maj. 
        

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