Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509033
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Giovannfs 
W erlce. 
zurlAbwehrung schädlicher Einflüsse bestimmten Hörnchen 
_um den Hals hängt. Sowohl Stellung, als 'Colorit und Aus- 
druck der Köpfe erinnern" an die Madonna des Altarblattes 
in S. Francesco zu Urbino. Da der Eigenthiimer das Bild- 
chen nach Rom, wo er sich jetzt aufhält, kommen liess, 
so ist es jetzt wohl in andere Hände gegangen. 
P. Pungileoni erwähnt noch ein anderes Madonnenbild 
im Besitz des Marchese Raimondo Antaldo zu Urbino. Es 
zeigt die h. Jungfrau, welche sich zu dem zur Erde liegen- 
den Christkiude liebreich wendet. Dieses ruht mit dem 
Köpfchen auf einem Kissen und wird gleichsam zum Scherze 
durch einen Engel erschreckt, _welcher dessen linkes Fiiss- 
chen berührt. Noch ist neben ihm ein zweiter Engel, der 
wie in einem himmlischen Spiel und Ringen sich seinen 
Händchen zu entwinden sucht. Ein allerliebstes Bildchen, 
das durch eine klare Landschaft zu beiden Seiten noch an 
Heiterkeit gewinnt. Leider hat es sehr gelitten. 
Schliesslich ist noch an ein Madounenbild zu erinnern, 
womit Giovanni sein eigenes Haus geschmückt. Es befand 
sich in Fresco gemalt ehedem dort im Hofraume und wird 
seit der Angabe im Tagebuche des Papstes Clemens X11) 
öfters als ein Jugendwerk -Rafael's beschrieben. Nach an- 
dern Nachrichten, besonders aber aus innern Gründen ist 
es ein Werk des Vaters. Leider hat die Malerei so sehr 
gelitten, und, als man, um das Bild vor gänzlichem Unter- 
gange zu retten, es aussägte und in die Wand des grössern 
Zimmers im Hause eiuliess, ist es so stark übermalt wor- 
den, dass nur durch die allgemeine Anordnung und den 
Charakter der Zeichnung noch einigermassen eine Vorstel- 
1) Es ist den Monsignori Origo und Lancisi zugeschrieben. 
Darin liest man bei ihrer Ankunft. in Urbino im Jahre 1703: „Alla 
pendice della contrada del monte vedranno la casa dove nacque il 
grau Raffaello Ä . .  Entreranno in detta casa e vi osserverannp- 
uns; piccola immagine dipinta nel muro da Rafaello allora gigvi- 
netto."  Richtiger ist die Angabe im: Almanacco del Metauro, 
Ancona 1813. "Ifimagine di una Madonna a fresöo ben conservata 
che dicesi opera del Padre di Raffaello e ricorda la forza delP an- 
ticä scuola." 
        

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