Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509021
Giovannfs 
Werke. 
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berührte, wohlerhaltene Malerei istvleider durch Unvorsich- 
tigkeit an manchen Stellen beschädigt worden.  
Neben der Familiencapelle befindet sich auch das Grab- 
monument der Battista, Gemahlin des Pietro 'l'irüllllis an 
welchem über dem Sarkophag in einer nischenförmigen Ver- 
tiefung Giovanni Santi noch eine andere kleine Frescomale- 
rei ausgeführt. Sie stellt eine Pietä, oder die halbe Fi- 
gur des im Grabe stehenden Christus vor, mit einem h. Hie- 
ronymus zu der einen, und einem h. Bonaventura; der ein 
Buch hält, zur andern Seite. Im Ganzen ein etwas flüchtig 
behandeltes Bild, in dem nur der Kopf des Heilandes eine 
grössere Sorgfalt verräth und sich durch den ergreifenden 
Ausdruck eines duldenden Schmerzes auszeichnet. Unten 
steht in Abkürzungen die Inschrift: BAPTISTAI CONIVGI "PIEN- 
TISSIMAE rmuws CALLIENSIS SALVTEM DEPRECATVR. ANNO 
MCCCCLXXXI.  
Nach Urbino zurückgekehrt, besorgte Giovanni mehrere 
Vergoldungen von Candelabern und Engeln für die Brüder- 
schaft des Corpus Domini, in deren Rechnungsbüchern-die 
Auslagen dafür in den Jahren 1486 bis 1493 sich verzeich- 
net finden, und die wir hier nur deshalb erwähnen, um bei 
den kargen Nachrichten über des Meisters Thätigkeit keine 
unberührt zu lassen. Zu seinen ferner-n Arbeiten aus jener 
Zeit scheint auch das ausgezeichnete Bildchen gezählt wer- 
den zu miissen, welches sich an der Kanzelbriistrlng in 
S. Bernardiilo (ehedem S. Donato) vor Urbino befindet, da 
es von vorzüglicher Schönheit in (Jompdsition und Zeich- 
nung ist, wobei indessen dem Giovanni auch das kleinere 
Format mag zu statten gekommen sein. Es stellt den Kör- 
per Christi dar, welcher wie in Schmerzen dahinsinkend 
auf einem Sarkophag sitzt und von zwei Engeln unterstützt 
und beweint wird. 
Auch sind. hier einige noch erhaltene Madonnenbilder 
zu erwähnen, die zum wenigsten nicht zu den frühern Ar- 
beiten des Meisters zu rechnen sind. Eins derselben ist 
im Besitze des Chirurgen Gaetano Ciccarini aus Gubbio. Die 
h. Jungfrau hält das Christkind auf dem Schoose, dem, wie 
gewöhnlich bei Giovanni, eine Korallenschnxrr mit einem
        

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