Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509016
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in 
Giu van-zu" 
Cagli. 
den Thron sich anlehnend, eine gemalte Marmorwand den 
Raum ab, und über derselben erhebt sich ein Felsen oder 
ein Berg, auf dem in kleineren Figuren die Auferstehung 
Christi dargestellt ist. Segnend steht der Heiland vor des 
Grabes Eingang, während sechs schlafende Wächter in sehr 
"verschiedenen, öfters kühn verkürzten Stellungen um ihn 
herumliegen. Giovanni zeigte hierdurch nochmals seine Ge- 
schicklichkeit in einer Kunst, welche sein Freund Melozzo 
in so hohem Grade besessen. 
In der Mitte der Wölbung des einschliessenden Bogens 
ist ein Rund mit dem segnenden ewigen Vater, dem 'l'ypus 
der Christkölzfe ähnlich; und zu den Seiten abwärts stehen 
auf Wölkchen mehrere allerliebste Engelknaben, immer zwei 
und zwei zusammen, von denen die obern anbeten, die un- 
tern musiciren; zwischen ihnen schwebt immer ein Engels- 
köpfchen, das eine auf-, das andere abwärts blickend, nach 
des Giovanni gewöhnlicher Wleise. Aussen an der Vorseite 
des Bogens sieht man noch in zwei Runden eine Verkün- 
digung, deren Figuren nur Brustbilder sind. 
Diese Erescomalerei ist als das vorziiglichste unter al- 
len bekannten Werken Giovannfs anzusehen. Er erweist 
sich darin nicht nur als einen sehr gewandten Frescomaler, 
woraus zu entnehmen, dass er vieles in dieser Art aus- 
fuhrte, was nun leider untergegangen ist, sondern er ist 
auch in der Zeichnung weit lebendiger, voller und weniger 
hart, im Colorit aber frischer und blühender als in seinen 
Temperaarbeitexi. Die Carnation hat einen bräunlichen Ton 
in den Schatten, während er .in den jugendlichen Figuren 
und den Kindern bald ins Graue, bald ins Lichtbräunliche 
fällt, mit blühend röthlichen Übergängen und frisch aufge- 
setzten hellweisslichen Lichtern. Um die Farbenpracht noch 
mehr zu erhöhen, gab der Meister den Engeln roth- und 
grünschillerxide Gewänder mit in Gold gehöhten Lichtern. 
Auch der Ausdruck der Köpfe ist in dem Fresco lebendi- 
ger als gewöhnlich, und aus dem Antlitz der h. Jungfrau 
und denen des Christkindes und der Engel leuchtet eine 
wahrhaft Rafaelische Anmuth. Die grössteniheils noch un-
        

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