Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509003
Giovanvzi 
in 
Cagli. 
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Stadt, um das ihm aufgetragene Werk auszuführen, und 
entsprach den Erwartungen des Bestellers nicht nur voll- 
kommen, sondern übertraf dieselben noch um Vieles, indem 
er hier das Schönste ausführte, was er noch je geleistet. 
Die fragliche Capelle bildet den zweiten Altar zur Linken 
in besagter Kirche und. besteht ans einem stark vorsprin; 
genden Bogen, der von zwei zierlichen, corinthischeil Säu- 
len getragen wird. Die hintere Wandiiäehe, oben durch 
den Bogen gerundet, enthält das grössere Frescobild, und 
zeigt im untern Theile die h. Jungfrau, von grosser Au- 
muth, in einer 'l'hronnische_sitzend und mit einer über ih- 
rem Haupte schwebenden Krone. Auf dem Schoose hält 
sie das stehende Christkind, welche Gruppe grösse Ähn- 
lichkeit mit einer bei Pietro Perugino oft vorkommenden 
Madonna hat  und die auch Rafael in einem Jugendbild- 
chen, nun bei der Gräfin Anna Alfani in Perugia, benutzte. 
Dem Throne zunächst stehen auf den Seiten zwei anbe- 
tende Engel, von denen der zur Linken, gleich dem in 
lilonteiiorexitiilo, sehr an Rafaefs Züge erinnert, und nach 
dem Alter von etwa neun Jahren, in welchem er vorgee 
stellt ist, recht gut das Bildniss desselben sein kann, wie 
schon Andere vor mir angenommen 2). Neben ihm steht der 
h. Franciscus, der den Heiland am Crncifix mit glühender Liebe 
betrachtet; ein herrlicher Kopf, der auch hier wie gewöhnlich 
bei Giovanni und den gleichzeitigen Walern in Umbrien ohne 
Bart dargestellt ist, obgleich die ältesten Bildnisse aus seiner 
Zeit ihn stets als einen in göttlicher "Liebesglnth und in 
beständiger Betrachtung der Leiden Christi abgemagerten 
Mann mit langem Barte zeigen. Neben diesem Heiligen 
steht noch der Apostel Petrus und gegenüber der h. Do- 
minieus, und Johannes der Täufer auf den Heiland deu- 
tend, ganz in der Art wie der im Altarblatt für die Fa- 
milie Bufli zu Urbino. Hinter diesen Figuren schliesst, an 
1) Das frühste Beispiel, welches wir nachweisen können, ent- 
hält dasßltarblatt in der Kirche S. Maria Nuova zu Fano mit de!" 
Jfahreälahl 1497. Eine COKIIPOSlÜOlI ähnlicher Art ist das kleine Ma- 
donnenbild im Berliner Museum Nr. 227.  
2) TafelIflI gibt eine Abbildung des portraitälxnlichen Engels.
        

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