Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508979
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Giovanni's 
Reimchronik. 
müssen, um ihn zu bestimmen, jenes Anerbieten abzuleh- 
nen, bot sie ihm 3000 Ducaten jährlich, wenn er der An- 
Führer ihrer Truppen werden-wolle. Der Herzog Federico 
aber entbot darauf in Treue: „ dass weder die Gier 'nach 
reichem Lohne, noch die Furcht vor einem hohen gereizten 
Gegner ihn je bewegen könnten, einem befreundeten Für- 
sten untreu zu werden. Er sei fest entschlossen, der-Par- 
tei der Herzoge von Ferrara und Mailand zu folgen, die 
ihn zu ihrem Generale ernannt hätten."   
Interessante Notizen anderer Art linden wir im 9. Ca- 
pitel, worin die im Jahr 1468 vom Herzoge nach Mailand 
unternommene Reise, um dort der Hochzeitsfeier des Her- 
zogs Galeazzo mit Bona von Savoyen-beizuwohnen, berich- 
tet wird, und wie der Fürst bei diesem Anlass viele Werke 
berühmter Meister zu bewundern Gelegenheit gehabt. Im 
Grunde aber ist es nur eine Aufzählung der Künstler, wel- 
che Giovanni bis ums Jahr 1490 hatte kennen lernen, in- 
dem schon Leonardo da Vinci und Pietro Perugino darin 
mit Auszeichnung erwähnt werden. Obgleich nun dieser 
Theil fast nicht mehr als ein Namenverzeiclmiss ist, so 
enthält er doch manche Andeutungen, die in Bezug auf 
Giovanni von Wichtigkeit sind und an ihrem Orte chon 
benutzt; wurden. Beachteuswerth ist auch, was er über 
die Perspective sagt, indem er dadurch den _hohen Werth 
und den in jenen Zeiten lebendigen Eifer für diese Wis- 
senschaft in Bezug auf die bildende Kunst ausspricht. Zu 
weit aber würde man gehn, wenn man daraus schliessen 
wollte, Giovanni habe auch einen Tractat über 'die Per. 
spective geschrieben  denn derjenige, welcher sich ohne 
Angabe des Verfassers in der Bibliothek der Herzoge von 
Urbino befand, ist wol kein anderer als der des Pietyo 
della Francesca, welchen Luca Pacciolo daselbst gesehn 
hat und der sich nun in den Händen des Hrn. Mazini in 
Borgo di San-Sepolcro befindet 2). 
Ausführliche Nachrichten über den Inhalt des Gedich- 
1) P. Luigi Pungileoni, Elogio storico di Gißvßllni Santi 
2) S. im Anhang den Artikel Pietro della Francesca.
        

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