Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508958
32 
Gio vanni 's 
Reinzclaronik. 
Künstlern beschäftigt war, so mit denen in Pesaro wettei- 
fernd, wo zu gleicher Zeit Giovauni Sforza Maddalena, die 
andere Tochter des Marchese von lilantua, als Gemahlin 
heimführte und d.ort ähnliche Feste veranlasste. 
 Allein solche vergängliohe Bezeigungen der Vereh- 
rung für das geliebte Fürstenhaus konnten Weister Gic- 
vanni nicht genügen; seiner Seele war es Bedürfniss, nach 
Kräften ein bleibendes Denkmal zu stiften. So ward er 
Schriftsteller und verfasste jenes Lob der 'l'haten seines 
ilmigst verehrtenHerzogs Federico, welches, schon öfters 
erwähnt, hier näher besprochen werden soll. 
Diese Reimehronik oder vielmehr diese in Terzinen 
verfasste Lebensbeschreibung des Herzogs befindet sich 
jetzt im Vatican unter den Ottoboilianischen Ilandschriften 
mit N. 1305 bezeichnet. Sie ist auf 224 Grossfolio-Blät- 
tern, in schönen Lettern des 15. Jahrhunderts geschrieben; 
nur einige Verbesserungen,  die von des Verfassers Hand 
herzurühren scheinen, sind von sehr unregelmässiger Schrift. 
_Dem Lobgedichte selbst geht eine Epistel oder Dedication 
an den Herzog Guidubaldo voran, worin'Giovanni sagt, „wie 
von den glänzenden Eigenschaften und dem Waffenruhme 
des verewigten Herzogs begeistert und überwältigt, der 
schmerzliche Gedanke in ihm aufgestiegen sei, warum denn 
nur allein die Gelehrten in gelehrter Sprache (in Latein) 
den Ruhm grosser Helden verewigen sollten, und warum 
denn nicht auch ein Ungelehrter in der Landessprache Ruhm 
erlangen könne, indem er diesen, allen andern Vorwürfen 
aus der Geschichte an Wiürdigkeit gleichkommenden Ge- 
genstand verherrliche? Er habe es daher gewagt mit vie- 
ler Anstrengung die rühmlichen Thaten seines (des I-Ier- 
zogs) glorreichen Vaters in Terzinen zu besingen, den Ge- 
danken unterdrückend, dass ein so gemeines Gefäss nicht 
würdig sei, in dem klaren Wasser einer so reinen Quelle 
zu schöpfen. Und da er nun das Werk mit Gottes Hülfe 
zu Ende gebracht, um einen Beweis seiner aufrichtigen 
und treuen Ergebenheit zurückzulassen, so bitte er instän- 
diggt, dass der Herzog mit dem guten Willen sich begnü- 
gen und die Frucht seiner Nachtwachen als" von einem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.