Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508927
Giovmnzfs 
W ßrlre. 
29 
sem Bilde sitzt Maria in einer 'I'hr0nnische von weissezn 
Mamwr und hat das segnende Christkind auf dem Schoose. 
Links stellt Johannes der 'l'äufer, nach dem Heilande zei- 
gend, eine ernste, strenge Gestalt, und hinter ihm der 
h. Franciscus, in Beschauung des göttlichen Kindes ver- 
sunken. Gegenüber rechts steht S. Sebastian mit Pfeilen 
durchbohrt, an einen Baumstamm gebunden und seinen 
Blick schmerzlich himmelwvärts gerichtet; hinter ihm der 
h. Hieronymus Buch und Feder, als Verfasser der Vulgata 
haltend, eine Gestalt von tiefsinnigem, grossartigem Cha- 
rakter. Ganz vorn auf dieser Seite knien die Eheleute 
Bufii und bei ihnen ihr etwa vierjähriges Kind, alle mit 
gefaltenen Händen anbetend. Oben im Bogen der Tafel, 
die aber jetzt zu' einem Vierecke ergänzt ist, sieht in fast 
kolossaler Grösse der ewige Vater segnend "herab, indem 
er in der Linken die Erdkugel hält. Ihn umgibt eine goldne 
Scheibe und ein färbiger Kreis mit zwölf Engelsköpfchen. 
Zwei andere halb erwachsene Engel stehn mit einem Fusse 
auf Wölkchen und halten Oliven- oder Friedenszweige in 
der einen Iland, während sie gemeinschaftlich in der an- 
dern eine Krone an Bändern zierlich fassen, so dass sie 
über der h. Jungfrau Haupt zu schweben kommt. Den 
Ilintergrund bildet eine hügelige Landschaft. An die Stufe 
des 'l'h1'ones ist ein Blatt Papier geheftet, Welches aber 
ohne Inschrift geblieben ist, daher die Meinung aufkom- 
men konnte, die Portraitfiguren stellten Giovanni Santi mit 
seiner Frau und dem kleinen Rafael vor, was sich nun als 
irrig erwiesen hat. Die Haltung des schönen Werkes ist 
kräftiger als gewöhnlich bei Giovanni, so ist auch die Zeich- 
nung durchweg lobenswerth, wenn gleich jene ihm eigene 
thiimlichen schmalen Hände und Füsse auch hier wieder 
vorkommen. Der studirte Faltenwurf erinnert, besonders 
im rothen Mantel des 'l'äufers, an die Art des Mantegna, 
dagegen die schwebenden Engel mehr an Pietrö Perugino. 
Dem Meister entschieden eigen ist die beinahe Rafaelisclie 
fuit erectum a? familia de BufIis-amlo 1489. Eine Abbildung 483'011 
ist in der Tafel II diesem Werke beigegeben.
        

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