Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508899
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G iovanni 's 
Werke. 
vanni gewöhnlichem Typus abweichend, sehr individuell be- 
handelt sind. Schade dass der Maler keine schöneren Vor- 
bilder darzustellen hatte. Den Hilltergnmd bildet ein rei- 
cher Teppich. Das_ sehr beschädigte Bild ist im Besitze 
der Frau Magdalena Mattarozzi Battelli in Fossombroile. 
Das Stück zur Linken zeigt den Thomas von Aquin nebst 
einem jugendlichenTIeiligen, der eine Kirche hält, und den 
dabei knienden jungen Grafen Mattarozzi; über ihnen 
schwebt ein Engelsköpfchen. Diesen Theil des Bildes be- 
sitzt Herr Leonardi Mattarozzi Secondini zu Pesaro. Das 
Stück endlich zur Rechten, dem Grafen Mattarozzi in Ur- 
bania gehörig, zeigt uns die zwei würdigen Gestalten des 
Apostels Thomas und des Kirchenvaters Hieronymus. Über- 
haupt haben die Charaktere dieser sämmtlichen Heiligen 
etwas Bedeutsames und Anziehendes. Die Conturen sind 
scharf und dunkel umrissen, der Schatten der Carnation 
fallt ins Graue und ist gleich der Haltung des Ganzen we- 
der tief noch kräftig. 
Von Urbania nordwärts, wenn man über den Fluss 
Metauro gekommen ist, erhebt sich eine üppig bewachsene 
Hügelreihe bis zu einem hohen, kahlen Felsenkamm des 
Appennin, auf dessen nördlicher Seite die Quellen des Ti- 
ber entspringen, während am südlichen Abliange, auf einem 
kleinen Vorberge, das stattliche Franciscaner- (Minoritem) 
Kloster Monte Fiorentino liegt. In diesem hochgelegenen, 
einsamen Gotteshause hatten von alten Zeiten her die Gra- 
fen Oliva Pianaui ihre Grahcapelle, welche, nach dem im 
Jahr 1478 erfolgten Hinscheiden des Grafen Carclo, des- 
sen Verwandter Giovanni Francesco, um seine Verehrung 
für ihn zu beweisen, hatte neu herstellen lassen  Auch 
versah er sie mit einem schönen Grabmonument für jenen 
und für dessen Gemahlin Maria Sibylla, welche ihm im Jahr 
1485 nachgefolgt war. Für die würdige Ausschmückung des 
1) Dies enhellt aus einer Inschrift, welche im Fries der kleinen 
Kuppel der Capelle angebracht ist. Sie lautet: dAnoLvs omvvs 
PLANANI comms JOHANN! rnnwcnsco MARSIBILIE EX TRINCIE Commvs 
PARENTIBVS svxs cnnussxmxs o1: snvcnxum m nos Plmuu-nnx SACEL- 
LVM uoc ATO MAVSOLEA CONSTRVXIT. MCCCCLXXXIIII.
        

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