Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508866
Giovannik 
TVerke. 
215 
In der Dominicanerkirche sah man noch im Jahr 1'709 
einen Thomas von Aquin von des Giovanni Hand. Allein 
von diesem Bilde sowohl," als auch von mehreren kleinen 
Abbildungen von Dominicanerheiligen, die es wahrscheinlich 
umgaben, sich aber, nachmals in der Sacristei derselben 
Kirche befanden, ist jetzt alle Spur verloren.  
Gleiches Schicksal traf das auf Leinwand gemalte Al- 
tarblatt für die Kirche der Bruderschaft des Corpus Do- 
mini, als diese im Jahr 1708 niedergerissen wurde. Der 
Altar war der Königin der Engel gewidmet, daher Gio- 
vanni eine Maria mit dem Christkinde von einem reichen 
Chor von Engeln umgeben darstellte; zu deren Seiten die 
beiden Johannes, der Täufer und der Evangelist, nebst ei- 
nem h. Antonius von Padua.  
Mehreres malte Giovanni für die Franciscanerkirche. 
Unbestimmt ist es noch, 0b die nun zerstörte Capelle der 
Familie Galli von ilnn ausgemalt war, wie Pungileoni zu 
glauben scheint, und woran, nach einer handschriftlichen 
Nachricht, auch Rafael als Knabe Antheil hatte. Hier war 
die h. Jungfrau mit dem Christkinde dargestellt, zu deren 
Seiten der h. Christoph mit der h. Katharina, sodann der 
h. Hieronymus und Oxiophrius standen. Der ewige Vater 
in der Höhe. 
Sicherer ist die Kunde über die nun auch verschwun- 
dene Altartafel," welche Giovanni für Pier Antonio Paltroni 
ausfiihrte, welcher Secretair und Rath des Herzogs von 
Urbino war, und von dem, wie wir wissen, sein Va- 
ter im Jahr 1457 ein Grundstück gekauft hatte. Gio- 
Valllli scheint in besonders freundschaftlichem Verhältniss 
mit ihm gestanden zu haben, da aus dem neunten Capitel 
seiner Reimchronik hervorgeht, dass er oft in dessen Haus 
war und eine von jenem verfasste Lebensbeschreibung des 
Herzogs Federico gesehn und gelesen hatte. Das Altar- 
blatt stellte den Erzengel Michael dar, und unten, wahr- 
scheinlich an der Altarstaifel, befanden sich mehrere kleine 
Darstellungen aus der Leidensgeschichte Christi. 
In derselben Franciscanerkirche verschlossen die Orgel 
mehrere Tafeln, auf welchen einzelne Figuren von Heiligen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.