Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508847
Rafael 's 
Geburt. 
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Jahres 14831) gebar sie ihm als erste Frucht der Ehe ei- 
nen Sohn, der als der leuchtendste Stern am Künstlerlir- 
mamente glänzen sollte, und dem er, wie in Vorahnung 
der Ilerrlichkeit, die er erreichen würde, den in seiner 
Familie ungewöhnlichen Namen Rafael in der 'l'aufe bei- 
legte. 
Dürfen wir den Angaben des Vasari Glauben beimes- 
sen, so war seine Liebe und Sorge für den erhaltenen 
Sprössling so lebendig, dass er nicht zugab, dass eine Amme 
ihm die erste leibliche Nahrung gebe, sondern aus der 
Mutterbrust sollte er", wie die Nahrung, so auch ihre ganze 
Liebe, ihr ganzes Wesen mit in sich aufnehmen. 
Aus Mangel an Nachrichten muss es nun der Einbil- 
dungskraft eines Jeden überlassen bleiben, sich weiter aus- 
zumalen, wie der kleine Rafael zur Freude der Menschen 
heranwuchs und sicher von den Ältern mit um so grösse- 
rer Zärtlichkeit gepliegt wurde, als schon am 20. Septem- 
ber 1485 sein einziges Brüderchen zu einem andern Leben 
überging. Dieser Verlust musste die Ältern um so em- 
pfindlicher berühren, als Giovamliis Vater, der für das Wohl 
des Hauses so thätig war, kurz zuvor der Familie durch 
den Tod war entrissen worden. Sein Testament hatte er 
im Jahr 1484 im Kloster S. Girolamo abgefasst, wodurch 
Giovanni, als Universalerbe, Besitzer seiner Häuser und ei- 
niger Grundstücke wurde. Seine andern Kinder hatte er 
folgendermassen bedacht: 
D. Bartolomeo Santi, zum geistlichen Stande bestimmt, 
nachmals Erzpriester der Landdechanei S. Donato, erhielt 
ein kleines Grundstück und 70 Gulden. 
Marghcrita, welche an Antonio di Bartolomeo Vagnini 
verheirathet war, erhielt 100 Gulden zur Mitgift. Sie ward 
Mutter des Girolamo Vagnixii, welcher erster Capellan der 
von Rafael im Pantheon gestifteten Capelle, der Braut Ra- 
1) Dieser üel auf den 28. März. Siehe L'art de vcirißer les da- 
tes. Oder Zinkernagel, Handbuch für Archivare. Nach den astro- 
nomischen Tafeln aber hätte er auf den 26. fallen sollen. 5- D8 
recta Paschae celebratione Pauli Middelburgi etc. II. p. 208.
        

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