Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514288
Rafael 's 
Grub. 
565 
Der Sarg von Pinienholz, worin Rafael begraben wurde, 
war mit einem festen Mörtel aus Kalk und gestossenem T ra- 
vertin überkleidet, in welchen sich die Fasern des Holzes deut- 
lich abgedruckt fanden. Der Überzug hatte leicht gemalte 
schwarze und purpurrothe Zierrathen. Das Gewand, in dem 
Rafael beigesetzt wurde, war mit vielen kleinen metallnen Rin- 
gen und Stiftchen geschlossen, von denen Cav. Fabris noch 
mehrere bewahrt, die grössere Zahl aber kam wieder zu Ba- 
fael's Überresten. Das Skelett mass 7 1,5 Palm oder beinahe 
5 Fuss 2' Zoll Pariser Mass. Mit dem Kopf lag es, nach ca- 
nonischem Ritus, gegen die rechte Seite des Altars, oder a 
cornn evangelii. Den Schädel fand man von fast vollkommner 
Erhaltung, nur am hintern T heil, wo er autlag, ist wahrschein- 
lich durch das öfters eingedrungene Wasser bei den Über- 
schwemmungen des Tiber, eine kleine Stelle aufgelösst wor- 
den. Nach dem Gypsabguss des Schädels, den ich bei Cav. 
Fabris gesehen, ist derselbe von ausgezeichnet schöner in allen 
'I'heilen harmonischer Form: die Stirne tritt über den Augen 
ziemlich vor, ist aber schmal und von keiner bedeutenden 
Höhe. Dagegen ist der hintere Theil des Schädels schön ge- 
wölbt und von ungewöhnlich voller Form. lm Allgemeinen 
scheinen am Schädel die edeln Organe gleichmässig ausgebildet, 
ohne dass eins auffallend vorstehe. Die Zahl der vollkommen 
erhaltenen, fest sitzenden Zähne von schöner YVeisse sind 
oben 14 unten 15 und die Spur der hervorbrechenden Weis- 
heitszähne bcmerkbarQ Die rechte Hand, deren Knochen man 
vollkommen erhalten fand, wurde gleichfalls in Gyps abgeformt, 
so wie auch der starke Lnftröhrenkopf, welcher noch nicht 
völlig verhärtet seine Gestalt behalten hatte. Nach dem Ab- 
guss aber ist die Hand, wie mich Cav. Fabris versicherte, in 
Staub zerfallen. Der Lnrynx dagegen, in ein gliisernes Ge- 
fass verwahrt, wurde mit dem Skelett wieder in das Grab 
beigesetzt. 
Während der Aufdeckung des Grabes sowohl, als später 
nach der Reinigung des Skeletts hat der Maler Cav. Vincenzo 
Caunuceini einige Zeichnungen nach demselben gefertigt, welche 
GlülIlbattlSttl Borani lithograpliirte. Es sind folgende Vorstel- 
lungen: 
I. Ansicht des aufgedeckten Grabgewölbcs mit dem noch 
halb mit Moder bedeckten Skelett Rafaefs. 
"2. Dieselbe Ansicht, das Skelett vom Moder befreit. 
3. Ansicht des Tabernakels mit dem Grabgewvölbe und der 
darauf stehenden von Rafael gestifteten Statue der liladonna.
        

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