Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508820
Giovunniic 
Werke. 
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zogen ist. Oben sieht man Gott Vater, wie er aus einem 
strahlenden Kreise das sehr kleine Jesuskind mit einem 
Kreuzchen herabsendet. Den andern Theil des Hintergrun- 
des bildet eine Landschaft. Auf einer der Stufen -des Hau- 
ses liest man: IOHANNES. SANTI. van. r. Die fast le- 
bensgrossen Figuren sind etwas hart in Zeichnung und 
Farbe; auch der Ausdruck der Köpfe ist unbedeutend, nur 
der der Maria zeigt liebliche Demuth. P. L. Pungileoni ver- 
muthet, es sei das Bild ums Jahr 1488 in Auftrag der Gio- 
vanna Feltria, Gemahlin des Giovanni della Rovere, Herrn 
zu Sinigaglia, Präfect in Rom, ausgeführt worden. Viel- 
leicht gab die Geburt ihres Sohns Francesco Maria (nach- 
mals Ilerzog von Urbino) am Tage der Verkündigung im 
Jahr 1490 dazu Anlass. 
Endlich ist zu den in der Mark _Ancona noch erhal- 
tenen Bildern die Altartafel zu zählen, welche im Jahr 
1484 der Vicar Domenico de' Domenici für die Landdecha- 
nei (Pieve) zu Gradara fertigen liess. Dieser Ort liegt 
sieben Miglien von Pesaro auf einem burggekrönten Hügel, 
der das reichbcbaute Land umher beherrscht. Das Altar- 
blatt stellt eine Madonna mit vier Heiligen zu den Seiten 
vor. Sie sitzt auf einem auf Stufen erhöhten Thron und 
hält mit der Rechten ljebreich das Händchen des auf ih- 
rem Schoose sitzenden Christkindes. Dieses ist mit einer 
Korallenschnur um den Hals geziert (an dem sich, nach al- 
tern Gebrauch eine Korallenspitze -oder Hörnchen befindet, 
um böse Einflüsse abzuwenden!)_und sieht heiter nach dem 
Stieglitz, den es in der Linken hält. Der die 'I'hronlehne 
bildende 'I'eppich wird von zwei Engelsköpfchen vermittelst 
einer auf ihren Flügeln liegenden Stange getragen und oben 
in der Mitte blickt noch ein anderes auf die friedliche Scene 
herab. Vorn links steht der h. Stephan in schön behan- 
deltem Diaconenkleid aus Goldstoif; und hinter ihm sieht 
man die h. Sophia, die Beschützerin von Gradara, welchen 
Ort sie auf ihrer Hand hält. Gegenüber stehen Johannes 
der Täufer, nach dem Weltheilande hinzeigend, und der Erz- 
engel Michael mit Schwert und Schild. 
Die beinahe lebensgrossen Figuren sind in der Zeich- 
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