Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508810
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Giovannfs 
W crke. 
Hieronymus ist in den Schatten kalt grau, die Engelsköpf- 
chen dagegen sind wärmer im Tone. 
In diesen Gegenden verweilend, erhielt unser Meister 
auch den Auftrag eine Madonna del Popolo als Altarbild 
für das Ilospitalbethaixs zu Montetiore auszuführen. Es ist 
dieses ein Ort, dessen Burg der Herzog Federico von 
Urbino im Jahr 1462 einnahm, als Sigismondo Malatesta 
eine ungerechte Fehde gegen ihn veranlasst hatte, Der 
Gegenstand des Altarblattes nun ist folgender. Maria steht 
in einer verzierten Nische mit architektonischen Umgebun- 
gen und hält das segnende Christkind im Arme, welches 
als Weltheiland in der Linken eine Erdkugel fasst. Zwei 
Engel breiten den Mantel der Mutter Gottes aus, unter 
dem links vier Männer der Bruderschaft knien, und rechts 
drei andere nebst einer jungen Frau mit ihrem Knaben, den 
sie, auf die h. Jungfrau hinweisend, zur Verehrung anlei- 
tet. Diese Portraitfigilren sind sämmtlich voll Leben, höchst 
individuell, selbst humoristisch in ihren Charakteren darge- 
stellt, denn wegen der Wahrheit fast zum Lachen er- 
scheinen uns die treuherzigen , beschränkt aussehenden 
Männer, nur die _Frau und ihr Kind sind nicht ohne 
Reiz der Schönheit. Links stehn die Apostel Paulus und 
Johannes und rechts der h. Sebastian und der h. Francis- 
cus. Die fromme Darstellung schliessend, knien oben zu 
den Seiten auf kleinen Wolken zwei allerliebste Engel- 
knäbchen. 
Der Vollständigkeit willen erwähne ich hier noch ein 
von P. Luigi Pungileoni in diesen Gegenden entdecktes Bild 
von Giovanni, das aber leider halb zerstört ist: nämlich 
einen h. Franciscus, welcher kniend die Wundenmale em- 
piängt, während Frai Rutino vom Glanze geblendet, sich 
die Hand vor das Gesicht hält. 
In der Mark Ancona, für die Magdalenenkirche zu Si- 
nigaglia malte Giovanni jenes Bild der Verkfuidigung, das 
sich nun in der Bildergallerie der Brera zu Mailand befin- 
det. Maria, als wenn sie bei der hixmnlischen Botschaft 
verwundernd vom Knien aufstiintle, befindet sich unter ei- 
na- Art Irlalle des Hauses, die nicht übel in Perspective ge-
        

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