Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513772
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Über 
die 
[Maler 
d er 
Umbriscleen 
Schule. 
dnenico auch der Hülfe des Meisters Rosso aus Florenz, als 
er im Jahr l527'eine Tafel für Castel Bigone zu malen hatte 
und jener ihm den Carton dazu machte. Ein anderes Bild von 
ihm vom Jahr 1532 in S. Giuliano vor Perugia ist in den 
Haupttheilen einem Gemälde von Andrea del Sarto entnom- 
men. Es stellt eine Madonna auf dem Throne vor, Johannes 
der Täufer und die h. Margaretha zu den Seiten sitzend. 
Oben zwei Engel. Das unbedeutende Bild hat die In- 
schrift: A. D. MDXXXII. DOMINICVS. PARIDIS. F. PICTOR. PERYSINVS. 
FACIEBAT. 
Diese Angaben mögen gniigen iun darzulegen, dass D0- 
menico in der Armuth seiner Eründungsgabe sich gerne der 
Hiilfe anderer bediente, und sich mit Leichtigkeit das Fremde 
anzneignen wusste. Da er nun ein hohes Alter erreichte (er 
lebte noch im Jahr 1553), so haben seine Werke nach der 
damaligen Kunstentwicklung das verschiedenartigste Ansehn, 
und es ist daher nicht zu verwundern, dass in Perugia selbst 
noch die grösste Verwirrung in den Angaben seiner Werke 
herrscht. 
Gianuicola 
Manni , 
Sohn 
des 
Paolo 
illlS 
Castello 
Pieve. 
della 
Er gehört zu den ältern Schülern des Perugino, indem 
ihm schon 1493 der Auftrag wurde, das Speisezimmer der 
Prioren im Stadthaus mit einem Abendmahl auszuschmücken 1), 
wovon sich aber keine Spur mehr erhalten hat. Eben so wen 
nig wissen wir etwas näheres über eine andere, wenn auch 
unbedeutende Malerei, die er in demselben Gebäude im Jahr 
1499 ausgeführt, und die von Fiorenzo Lorenzi und Bartolo- 
meo Carporali zu 18 Gulden geschätzt wurde 2). 
In hohem Ansehn stand ehedem das von ihm gefertigte 
Altarblatt aller Heiligen in der Kirche S. Domenico zu Peru- 
gia. Man bewahrt von demselben noch einzelne Überreste in 
der Sacristei der Kirche, welche eine tüchtige Behandlung und 
noch ganz entschieden den Peruginischen Schulcharakter tra- 
ä, Es sind zwei Tafeln, eine mit Maria und Johannes, die 
a ere mit M. Magdalena und Longinns  die als Seitenbil- 
der eines Crucifixes dienten. Unter demselben war ehedem 
die Haupttafel mit vielen Heiligen, die aber im Jahr 1712 
vom Altar weggenommen, jetzt nicht mehr vorhanden ist. 
1) Lettere pitt. perug. p. 
2) Ebendaselbst p. 280. 
229.
        

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