Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513750
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Über 
die 
ßlaler 
der 
Unzbrisclz en 
Schule. 
Im andern Bild sieht man, wie der h. Franciscus kniend 
die Wundenmaale empfängt, welche von dem, gleich einem 
Seraphim geflügelten Christus am Kreuze ausgehen. Links in 
der Landschaft sitzt in Betrachtung vertieft derBruder Ru- 
tino. Es sind zwei schöngedachte Figuren, voll Leben und 
Charakter, auch die Gewänder sind von grossartiger Haltung. 
Die Landschaft zeigt viele sonderbar überhängende Felsen, die 
Wildheit der Gegend von Averna zu bezeichnen, Diese Wand- 
malerei hat folgende Inschrift: EUSEBIUS PERUSINUS PINXIT 
AD. MDVII. 
Ist das hübsche Bild einer Anbetung der Könige in der 
Kirche S. Agostino, wie schon Vasari angibt, ein Werk Eu- 
sebio's, so dürfte es noch früher als obige Malereien entstan- 
den sein, da es noch entschiedener den Charakter der Peru- 
ginischen Schule trägt. In dem Bilde zeichnet sich besonders 
eine Glorie von vier musizirenden Engeln aus, sonst erin- 
nert der übrige Theil der Composition an ganz ähnliche des 
Meisters. 
Das letzte mir bekannte Bild von Eusebio ist auf dem 
vierten Altar in der Franciskanerkirche zu Matelicag 10 Mi- 
glien von Fabriano entfernt. Maria auf einem Throne hält das 
sitzende Christkind mit ihrer Rechten, während sie in einem 
Büchelchen in "ihrer Linken liest. Johannes der Evangelist und 
S. Franciscus stehen zu der einen Seite und zur rechten der 
Apostel Petrus nebst dem h. Antonius. Auf den Stufen des 
Thrones zeigt der kleine Johannes in ein Buch, worin zu 
lesen ist: Si queris miracilla mor error, clamitas    . . und 
an der Stufe steht: Dionysius Petri Berti faciunt  . . . . vit, 
Sodann die Unterschrift: EVSEBIVS. DE. E060. Gndino PERVSINVS. 
PINXIT. 1512.  
Die Altarstaifel enthält drei Abtheilungen mit Wundern 
des h. Antonius. Das vorzüglich schöne Bild zeigt in der Be- 
haudlungsweise noch Reste der" Manier .des Perugino, aber 
auchein Streben, sich die Vorzüge Leonardo da Vinci's und 
BafaeYs anzueignen. Die Schatten in der Carnation sind röth- 
lich braun; sonst ist die allgemeine Haltung des Bildes tief 
im Ton. Leider fangt die schöne Tafel in einzelnen Theilen an 
sich abzublättem. 
Obgleich Eusebio noch lange lebte, wie seine im Jahr 
1527 erfolgte Erwählung zu einem der weisen Bürger beweist,
        

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