Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513735
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Über 
die 
Jlfuler 
der 
Umbrisclz an 
Schule. 
Trevi. Er stellt eine Krönung Mariä von Engeln umgeben 
vor; und unten 18 kleine Figuren von Heiligen, meist vom 
Orden "des h. Franciscus. Sodann befinden sich von Spagnafs 
Hand über den Eingangsthüren zum Chor zwei kleine Bilder 
eines S. Martin, der seinen Mantel theilt, und des h. Fran- 
ciscus, wie er die Wundenmaale empfängt. Es sind sämmt- 
lich brave Bilder, in denen der Peruginische Charakter ent- 
schieden hervortritt. Auch am Beinhaus des Klosters ist von 
unsers Meisters Hand eine Frescomalerei. Sie stellt eine 
verklärte Maria in einer Glorie stehend dar; unten knien in 
einer Landschaft links Johannes der Täufer und S. Hierony- 
mus, rechts der h. Franciscus mit noch einem seines Ordens. 
Die Jahrszahl MDXII ist darauf angegeben. 
Das Hauptbild von Spagna ist aber das Altarblatt in der 
S. Stephans-Capelle der untern Franciscanerkirche zu Assisi. 
Maria auf einem Throne sitzend hält hier das stehende Christ- 
kind auf ihrem Schoose und auf jeder Seite stehen drei Hei- 
lige, während oben zwei Engel anbetend verehren. Am Sockel 
des Thrones steht:- A. D. MCCCCCXVI. xv. JVLII. Auch in die- 
sem schönen Werke ist Spagna noch dem Peruginischen Schid- 
charakter treu, obgleich in der Zeichnung studirter, in der 
Färbung zärter.  
Zu seinen bessern Werken gehören auch noch die Fres- 
cobilder in der Zelle des _h. F ranciscus in S. Maria degli Angeli bei 
Assisi. Als eine Jugendarbeit glaube ich eine Lunette in der 
Akademie zu Perugia bezeichnen zu dürfen, Sie stellt einen 
Gott Vater mit acht Engeln umgeben vor, und muss der Theil 
eines grössem Werkes gewesen sein. Auch ist mit des 
Spagna Art ganz übereinstimmend ein Altarblatt im Chor der 
Collegialkirche S. Matromeo zu Monte Falco. Es stellt drei 
Heilige auf Goldgrund vor: S. Vincentius, Sta. Illuminata und 
S. Nicholaus. Da hier die Maniendes Perugino nur schwach 
durchscheint, so dürfte es zu den spätem Werken unsers Mei- 
sters gehören.  ' 
Die letzten Arbeiten, welche wir von Spagna kennen, 
sind die Frescomalereien in der Kirche S. Jaeopo am Weg 
zwischen Spoleto und Fu-ligno. Im Chor der kleinen Kirche 
ist nämlich in der Mitte der Apostel Jacobus dargestellt, und 
zu den Seiten zwei Begebenheiten aus seiner Legende. Sie 
tragen die Jahrszahl MDXXVI, und sind brave Arbeiten. Darüber 
in der Wölbung der Nische ist eine Krönung Mariä, welche 
der Hauptgruppe nach der von Fra Filippo Lippi zu Spoleto 
entnommen ist; die Engel und Heiligen umher sind unbedeu-
        

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