Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513721
Spflyna. 
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rin gesagt ist, dass er sich schon seit langer Zeit daselbst 
befinde und verheirathet sei. Sonst ist uns über seine Le- 
bensumstände nichts bekannt, als dass er „Magister Johannes 
Petri" im Jahr 151? zum Capitano dell' Arte de' Pittori in 
Spoleto ernannt wurde.  
 Von des Giovanni Hand diirfte das gemalte Wappen des 
Papstes Julius II im Saal des Stadthauses von Spoleto sein. 
Es ist von drei allegorischen Tugenden, der Gerechtigkeit, 
der Charitas und der Gnade umgeben. Da solche Wappen 
gewöhnlich beim Regierungsantritt der Päpste in den Stadt- 
häusern und an den Thoren der Städte, gemalt wurden, die 
unter ihrem Einfluss standen, so könnte angenommen werden, 
dass das" fragliche im Jahr 1503 ausgeführt wurde. Da in- 
dessen der Charakter der allegorischen Figuren vielmehr auf 
eine spätere Entwicklung der Kunst hindeutet, so dürften die- 
selben erst mehrere Jahre darauf bei der Ausschmiickung des 
Saales durch Spagna dem Wappen hinzugefügt worden sein. 
Die Wände des Saales sind nun iibertiincht, und nur über der 
Eingangsthüre sieht man (ausser obigem Wappen an der Haupt- 
wand) noch zwei kleine Genien. 
Nicht für diesen Saal, wo es sich jetzt befindet, sondern 
fiir das obere Castell, malte Spagna das Madonnenbild in 
Fresco, welches man, um es vor dem Untergang zu retten, 
aussägte und im Jahr 1800 herunter in das Stadthaus brachte. 
Maria mit dem stehenden Christkind auf dem Schoos, hat vier 
Heilige zu ihren Seiten,- links den Kirchenvater Hieronymus 
mit dem Einsiedler Nicolaus von Tolentino, rechts den h. Bi- 
schof Brizio. und die h. Katharina von Alexandrien. Über dem 
Bilde ist ein Halbkreis mit_zwei Genien, die ein Familienwap- 
pen halten; Die grosse Übereinstimmung dieses Bildes mit 
des Perugino Art setzt diese Malerei in eine frühe Periode. 
Im Jahr 1507 malte Spagna die Altartafel iiir Monte 
Santo von Todi und erhielt dafür 200 Goldducaten. Sie ist 
derjenigen ähnlich, welche er für .die Kirche S. Girolamo von 
Narni ausführte, wie dieses im öffentlichen Archiv der Stadt 
aufgezeichnet ist. 2). Auch in Trevi führte er mehrere Arbeiten 
aus: Von besonderer Schönheit soll eine Grablegung in der 
Kirche Madonna delle lacrime auf dem Weg zur Stadt sein. 
Leider fand ich die Kirche zweimal verschlossen. Dagegen 
sah ich den Hauptaltar der Franciskanerkirche S. Martina in 
1) Lettere pitt. perug. p. 194.- 196. 
2) B. Orsini Vita di P. Perugino p. 290.
        

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