Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513712
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die 
Über 
der 
Maler 
Umbrisclzen 
Scliule. 
hinterliess seine Ehegattin Grania und zwei Töchter und wurde 
in- der Kirche S. Vincenzo begraben. Man sagt, dass ein ge- 
wisser Paifo 1), ein geringer Mann, auf dem Markt zu Siena 
wohnend, ein VerhältniSS mit der Ehefrau des Bernardinwge- 
habt, und dass von ihnen niemand zu dem kranken Bernar- 
dino sei zugelassen worden, ausser einige geringe Weiber aus 
unserer Nachbarschaft, die mir später erzählten, sie hätten ge- 
hört, wie Bernardino geklagt habe, dass er vor Hunger sterbe. 
Malereien von ihm sieht man in den Gemächern der Päpste, 
in der Engelsburg und in Araceli, die er zu Zeiten Alex- 
ander's VI mit seiner kunstreichen Hand ausiiihrte. Auch er- 
hielt er für seine Arbeit von Alexander sowohl Canonicate, die 
er weggab, als auch auf Lebenszeit das Gut zu Chiusi, wel- 
chesäüie Kirche in der Landschaft Perugia besass." 
In der Kirche S. Vincenzo und Anastasio zu Siena sieht 
man nun eine Gedächtnisstafel folgenden Inhalts: 
Bernardino Betti detto il Pinturicchio 
al quale Pietro Vannucci fü maestro, 
Rafaello Sanzio condiscepolo 
Perugia Patria, Siena ospita grata 
qui ebbe tumulo senza monimenfo 
gli undici di Decembre 1513. 
Luigi de Angelis questo piccolo marmo 
a tanto nome poneva. il Prime di Agosto 1830. 
Giovanni , 
L0 
Spagna 
genannt. 
Schon Vasari rühmt diesen Maler als einen der bessern 
Schüler des Perugino, der sich besonders durch ein schö- 
nes Colorit ausgezeichnet habe; und in der That erkennen 
wir in ihm einen Meister, dem (so lange er dem Charak- 
ter der Urbinischen Schule treu blieb) sein Gegenstand 
lebendig und geistig vor der Seele stand, der durch Schön- 
heit und feingefiihlte Formbildungen eben so sehr, als durch 
heiteres Colorit erfreut. In seinen spätem Tagen aber, von 
der Gewalt des Rafaelischen Einßusses gedrängt, verfiel er in 
eine matte Nachahmung von dessen Formen und ist kaum mehr 
wiederzuerkennen. 
Dass er sich schon in den ersten Jahren des 16. Jahr- 
hunderts in Spoleto dürfte niedergelassen haben, bezeugt sein 
Ernennungsdecret zum Bürger der Stadt vom Jahr 1516, wo- 
quemdem 
Paßum 
foro 
peditem 
Senensi.
        

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