Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513705
Pinturicclzio. 
507 
zeigt. Dagegen ist wieder im Einzelnen, besonders in den 
vier zur Seite stehenden Heiligen, so viel Rafaelisches, dass 
wohl angenommen werden darf, der Urbinate habe seinem 
Freunde nicht nur bei der Zeichnung einige Hiilfe geleistet, 
sondern auch bei dem Malenp Dem Charakter der Schönen 
Zeichnung nach scheint es selbst, dass Pintilricchio im Jahr 
1507 sich hierzu die Anwesenheit Bafaefs in Perugia zu Nutz 
zu machen wusste. 
Welchen Abstand bildet gegen dieses Gemälde dasAltar- 
blatt in der S. Andreaskirche zu Spello, welches Pinturicchio 
das Jahr darauf ausführte! Erkennt man darin auch noch in 
einzelnen Intentionen die schöne Anlage des Künstlers, wie 
namentlich in dem kleinen Johannes, -so ist es doch in der 
Ausführung sehr tiach, geistlos und handwerksmässig behandelt. 
Die Altartafel zeigt in der Mitte auf einem erhöhten Thron 
die h. Jungfrau mit dem Kinde und auf den Stufen den klei- 
nen Johannes beschäftigt das Ecce Agnus Dei auf einen Per- 
gamentstreifen zu schreiben. Zu den Seiten stehen S. Andreas 
und S. Laurentius.  Nun als echter Gewerbsarbeiter seine 
Waare anpreisend, hatte Pinturicchio die Eitelkeit, trotz der 
schwachen Arbeit, einen Belobungsbrief an ihn von Gentile 
Baglioni vom 24, April 1508, unten im Bilde zu copiren.  
Noch unerfreulicher und flüchtiger behandelt ist ein Bild 
von Pinturicchio vom Jahr 1509. Es befindet sich in dersel- 
ben Augustinerkirche zu S. Severino, worin wir das herrliche 
Madonnenbild aus seiner schönen Zeit bewunderten, Die Ta- 
fel stellt eine Madonna del Soccorso vor, eine mit dem Christ- 
kind im Arm stehende h. Jungfrau, zu welcher unten eine 
Mutter mit grossen Angsten fleht, da sich ihr Kind aus Furcht 
vor einem Drachen (dem Satan) in ihren Schoos flüchtet 
Das Bild hat folgende Inschrift: BERTüDINO PERVSINO PINSIT. 
noc orvs F, F. rAnToNn-s DE JENTIBVS rnsva DEVOT-IONE. 1509. 
ACCIA" HAFl-Iilnf. 
Über des Pinturicchio Tod berichtet Sigismonrlo Tizio 
in seiner Handschrift: Historiarum Senensium Tom, Vll, auf 
der Sieneser Bibliothek befindlich, wie folgt: „ln der Nacht, 
welche auf Sonntag den ll. December (1513) folgte, starb 
BCFIlilfdiIl von Perugia, ein sehr berühmter Maler, wie dessen 
JVerke in der Stadt Siena zeigen, woselbst er sich ein Haus, 
den von Papst Alexander III angefangenen Palast, und in der 
Landschaft von Siena bei Perninzl Güter gekauft hatte. Er 
Lettere 
den 
Abgedruckt in 
Pßrug 
222.
        

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