Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513676
504 
Über die 
der 
Maler 
Schule. 
Umbrischevz 
welche uns Vasari mittheilt, wonach bekanntlich beide Schüler 
des Pietro Pemgino waren. Und sicherlich haben sie mit ihm 
die grösste Verwandtschaft; nur unterscheidet sich Pinturicchio 
im Gegensatz zum Iflgegno dadurch, dass er seine Gesichts- 
bildungen in allen Theilenrfeiner und zärter hielt, überhaupt 
in seinen bessern Hervorbringnngen als ein ansgezeichneteres 
Talent erscheint. Allein seine grc-sse Leichtigkeit, worauf auch 
der ihm gegebene Name Pinturicchio hindeutet, verführte ihn 
häufig zur Oberflächlichkeit und wurde in spätem Jahren sein 
Verderb. 
Bei Vasari ist nachzuschlagen, wie er in Rom mit Peru- 
gino unter Siigtus IV, selbständig unter Innocenz VIII und 
Alexander VI viele Arbeiten ausfihrte und durch seine Behen- 
digkeit den Beifall der Fürsten erwarb. Als ausgezeichnete 
Werke jener Zeit sind besonders die Wandmalereien in der 
Capelle Bufalini in Araceli auf dem Capitol zu nennen. Pin- 
turicchio hat darin einige Lebensumstände des h. Bernardin 
mit viel Wahrheit in Bezug auf die Charaktere dargestellt; 
auch sind darin feine Beobachtungen des Lebens und manche 
Portraitköpfe lobenswerth, was allerdings an die damalige, oder 
erste Darstellungsweise des Perugino erinnert. Sonst vermisst 
man darin, wie in allen seinen grössern Compositionen, die 
gleichmässige Ausfüllung des Raumes, so dass derselbe bald 
überfüllt, bald zu leer erscheint, 
Eins Seiner vorzüglichsten Werke ist der Altar, welchen 
91' am 14- Februar 1495, in zwei Jahren um den Preis von 
ll0 Gulden zu vollenden für die Kirche S, Maria de' fossi in 
Auftrag erhielt  Nachdem derselbe lange Zeit vollkommen 
erhalten die grösste Zierde der Kirche war, kam er bei de- 
ren Aufhebung zerstückelt in die Sammlung der Akademie zu 
Perugia. Das Mittelbild enthält Maria mit dem Christkind auf 
dem Throne und den kleinen verehrenden Johannes. Den Hin- 
tergrund bildet eine schöne Landschaft. Zu den Seiten waren 
zwei einzelne Figuren der Kirchenväter Hieronymus und Au- 
gustinus, und oben über dem Hauptbild in einem viereckten 
Felde eine Pietä, oder Christus im Grabe stehend, von zwei 
Engeln unter den Armen unterstützt. Zu den Seiten die Ver_ 
kiindigung in zwei kleinern Figuren dargestellt, von denen sich 
besonders die h. Jungfrau durch den Ausdruck eines geheimen 
Schauers und feine Ziige auszeichnet. Die Altarstaifel endlich 
enthält in runden Bildchen die vier Evangelisten und einen 
Lettere 
Pitt, 
 220.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.