Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513665
Pinturicclzio. 
503 
 Giacomo zu Assisi, stimmt in der. Stellung der Mutter mit 
dem Kinde genau mit demFresco der h. Jungfrau im Capitol 
überein. Auch hier betet sie das in ihrem Schoose liegende 
Christkind an. Allein statt der zwei Engel umgibt sie hier 
eine G-lorie von sieben Engelsköpfchen in Form einer zugespitzten 
Ellipse. Den Grund bildet, wie beim Erzengel Michael, eine 
Landschaft mit zaddgen Felsen, nach Art des Pinturicchio. 
Die Eigenthümlichkeitexi in Form und Färbung sind hier die- 
selben wie in den schon beschriebenen Bildern, nur die Finger 
der Maria Iielen hier etwas zu stark aus. Da dic Frescoma- 
lerei jedem Einfluss der Witterung ausgesetzt ist, so hat sie 
theilweise sehr gelitten. 
Ein anderes, aber kleines Madonnenbild in Assisi, wel- 
ches wohl mit Recht dem Ingegno zugeschrieben wird, beän- 
det sich am Kloster S, Andrea. Hier steht das Segnende 
Christkind auf dem Schoos der h. Jungfrau und hält sich mit 
der Linken an ihrem Gewand. Maria von grosser Schönheit 
ist mit einer Perlenschnur um den Hals geschmückt, und iiber- 
liaupt mit grosser Liebe behandelt. Zu den Seiten in der 
Leibung der Nische steht links der h. Hieronymus, rechts der 
h. Franciscus. In der sorgfältig in echtem Fresco ausgeführ- 
ten Malerei sieht man noch die Eindrücke, welche beim Durch- 
zeichnen des Cartons entstanden sind. Die Bildungen der Kö- 
pfe haben die grösste Übereinstimmung mit denen in dem 
grossen Bild der Porta S. Giacomo, und auch hier sind die 
Winkel des Mundes mehr auf- als abwärts gezogen. Die 
Schatten der Carnation haben zwar auch einen rothbräunlichen, 
aber nicht ganz so entschiedenen Ton. 
Der Vollständigkeit wegen erwähne ich noch das Madon- 
nenbildchen, welches Hr. Volkmann in Florenz besessen und 
welches A. A. P. gezeichnet ist. C. F. von Rumohr hat diese 
Anfangsbuchstaben wohl richtig, Andreas Aloysii pinxit,_ gedeu- 
tet l)_ Das Bild scheint in Tempera gemalt und mit Oltirniss- 
lasuren vollendet, nach der Art der Florentiner gegen das Ende 
des 15. Jahrhunderts. Auch dürfte es eines der spätesten 
Bilder des Ingegno sein. 
Bernardino di Betto aus Perugia. Il Pinturicchio genannt. 
Über den Meister dieses Künstlers haben wir eben so- 
wenig wie über den des Ingegno andere Nachrichten als die, 
1) Stuttgarter Kunstblatt 
Schungen II p. 328. 
1821. 
und 
Italienische 
For-
        

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