Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508775
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Gi0vanni's 
Werke. 
rentiner Gallerie aufbewahrt. Allein alle diese Maler rühmt 
Giovanni nur mit wenigen Worten, den einzigen Andrea 
Mantegna auszeichnend, indem er bei ihm ins grösste Lob 
ausbricht, seine mannigfachen Vorzüge und Kenntnisse rühmt, 
ja ihn als Denjenigen bezeichnet, „welchen1 der Himmel die 
Pforten zur Malerei eröffnet habe. " Ferner sagt er, dass 
"Melozzo aus Forli, der in der Perspective einen grossen 
Vorsprung gewonnen, seinem Herzen besonders werth sei," 
wonach auf eine Mitschülerschaft könnte geschlossen wer- 
den. Melozzo war nun ein Schüler des Pietro della Fran- 
cesca, bildete sich aber, seinen Werken nach zu urtheilen, 
hauptsächlich nach Andrea Mantegna. Die Werke des Gio- 
vanni Santi dagegen zeigen nirgends eine Verwandtschaft 
mit Pietro, weder in der Bildung seiner schlanken Gestal- 
ten, noch im Colorit, welches in den Schatten meist ins 
Graue fällt, noch in" der Art zu malen, die bei dunkeln 
Umrissen etwas hart ist; Eigenthiimlichkeiten, welche alle 
denen der Werke des Pietro gradezuentgegenstehn. Dage- 
gen ist in Giovannfs spätern Bildern nicht zu verkennen, 
dass er mit Melozzo sich dem Einflusse des Andrea Man- 
tegna in etwas hingab, wahrscheinlich selbst durch seinen 
Freund dazu hingeleitet wurde. 
Zu den frühsten Arbeiten des Giovanni gehören wohl 
mehrere der Madonnenbilder, die sich ehedem häufig in 
Urbino und der Umgegend vorfanden, nun aber unterge- 
gangen, oder durch den Kunsthandel in unbekannte Hände 
gekommen und verschollen sind. Zu diesen darf z. B. 
jene Madonna mit dem auf ihrem Schoose stehenden Christ_ 
_kinde gerechnet werden, welche durch einen lombardischen 
Händler erstanden wurde. Nach des Professors Francesd 
Antonio Rondelli Urtheil war die Stellung des Kindes steif, 
der Faltenwurf unbeholfen. So kam auch erst vor kurzem 
ein kleines Bild der Madonna mit dem h. Sebastian zur Seite, 
nebst der knienden Frau, für die es gefertigt ward, die 
aber zum Nachtheil des Bildes keineswegs der Schönheit 
der übrigen Figuren entsprach, aus dem Hause Pietro Bo- 
najnti zu Urbino ins Ausland. Dergleichen Beispiele liessen 
sich noch mehrere auffinden, ohne dass dadurch die Kunst-
        

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