Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513625
Pieiro 
Perzey-ivzo. 
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dieselben Eigenthiiinlichkeiten, welche wir an denen im Wech. 
Selgericht und in der Tafel aus Vallombrosa kennen; nur noch 
flüchtiger iSt die Behandlung, daher sievzwar als eine schätz- 
bßre, aber keinesweges als eine vorzügliche Arbeit des Mei- 
Sters zu betrachten ist. Dass er sie aber zum grössten Theil 
eigenhändig ausgeführt habe, ist den damaligen Umständen 
nach fiir gewiss zu halten und wird durch die ihm eigenthiim- 
llche Behandlungsweise in derselben bestätigt. Wir wollen uns 
daher weder bei der Meinung des P. Guglielmo della Valle 
aufhalten, welcher in der Malerei die Hand RafaeYs zu finden 
glaubte, noch bei dem, was Hr. von Bumohr  der sie nie 
gesehen, als Bestätigung dieser Ansicht glaubte 5M! zu dür- 
fen. Vielmehr müssen wir dem, demselben erstatteten Bericht 
eines deutschen Künstlers über diese Malerei, der aus Grün- 
den allen Antheil .Rafael's daran absprach, vollkommen bei- 
pflichten. 
Auch in Panicale bewies sich Perugino auf "eine ähnliche 
Weise wohlwollend und freigebig wie in seinem Geburtsorte. 
Denn dort malte er im Jahr 1505 al secco ein schönes Bild 
des h. Sebastian, mit vier lebhaft bewegten Schützen, welche 
ihre Pfeile auf ihn abschiessen; und als er zwei Jahre darauf 
an diesem Ort dem Frohnleiclinainfeste beiwohnte, lieh er vier- 
Zehn seidene von ihm bemalte Kirchenfzihnen, mit dem Be- 
ding, dass, wenn sie ihm nicht wiedererstattet würden, ihm 
die Kirche den Rest von ll Gulden, welchen man ihm noch 
für die Malerei des h. Sebastian schuldete, zu zahlen habe 2), 
eine Bedingung, welche der Kirche eben so viel Voxtheil, als 
dem Künstler Ehre brachte. _S0lche Ziige sind schlagende Be. 
weise gegen die Anschuldiggmäenk dies Geizes, womit Vasari 
deniNamen dieses Meisters e ec t at. 
 Vorn Jahr 1507 war die grosse Altartafel auf Goldgrund, 
welche Perugino für Montone 3) malte, die aber nicht mehr 
vorhanden ist. Sie stellte eine Madonna auf dem Throne dar, 
und zu deren Seiten die hh, Johannes den Täufer, Gregorius, 
Johannes den Evangelisten und Franciscus; in der Höhe einige 
Engel. Die Predella schmückten die kleinen Darstellungen der 
Geburt Maria, der Trauung und ihrer Aufnahme in den Him- 
mel. Letztere Bildchen erstand im Jahr 1787 der Marchese 
Odoardi zu Ascoli, wo sie öfters dem Rafael zugeschrieben 
1) Italienische Forschungen III 
2) Letten-e pitf. perug. p. 172. 
H3) Vita di P. Perugino p. 208. 
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