Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513596
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die 
Über 
der 
Illaler 
Schule. 
Uznbrisclzevz 
tergeordnete Hiilfe geleistet wurde. Am wenigsten ist zuzuge- 
ben, dass in den Sibyllen vom Jahr 1500 die Köpfe von Ra- 
fael gemalt seien, der, damals erst siebenzehn Jahr alt, noch 
nicht im Stande war so schön modellirte Köpfe zu malen, wie 
dieses das Crucifix beim Cardinal Fesch in Rom, und die 
kleine Madonna aus der Sammlung Solly zur Genüge darthun. 
VonrJahr 1500 ist auch die Altartafel mit lebensgrossen 
Figuren, welche Perugino für das Kloster zu Vallombrosa aus? 
führte und die sich jetzt in derFlorentiner Akademie befin- 
det. Die h. Jungfrau mit Engeln umgeben, nimmt den obern 
Theil des Bildes ein, während unten der h. Bernhard (2) als 
Cardinal, S. Johannes Gualbertus, S. Benedictus und der Erz- 
engel Michael stehen. Es sind im Ganzen schöne Gestalten, 
welche in mancher Hinsicht an ähnliche im Wechselgericht er- 
innern; aber wir entdecken darin die erste Spur jener tiiichti- 
gen Behandlungsweise, die leider in den spätem Werken des 
Perugino immer nachtheiliger einwirkte. Das Bild trägt die 
Inschrift: PETEVS PERVSINVS PINXIT. MCGCCC.  
Im Jahr 1501 war wohl Perugino hauptsächlich mit Aus- 
malung der Halle des Wechselgerichtes beschäftigt, zum we- 
nigsten können yvir keine andere Arbeit aus dieser Zeit nach- 
weisen. In den zwei ersten Monaten besagten Jahrs war er 
einer der zehn Prioren des Magistrats i). Am 10. September 
1502 machte er einen Contract mit den Mönchen des Fran- 
ciscanerklosters auf dem Berg vor Perugia, um für den Haupt- 
altar, auf dem sich ein altes hölzernes Crucitix aus dem 14. 
Jahrhundert befindet, zu dessen Seitens die trauernde Maria 
mit der vor ihr knienden Magdalena und gegenüber den ste- 
henden Johannes mit dem bei ihm knienden h. Franciscus zu 
malen. Oben fassen zwei kleine Engel das aus den Wunden 
des Heilandes strömende Blut in Gefässen auf. Das Bild er- 
innert auffallend an das Cruciiix von Rafael beim Cardinal 
Fesch in Rom und dürfte nur eine Wiederholung einer schon 
früher gefertigten ähnlichen Darstellung sein. Auf der Bück- 
seite malte ein geringer Schüler des Meisters die Krönung 
Mariä mit den Aposteln. Beide Bilder sind in Tempel-a ge- 
malt. "Der dafür bestimmte Preis war 120 Gulden 2), 
Eine wichtigere Bestellung erhielt Perugino in demselben 
Jahr 1502 für den Hauptaltar -der Kirche S. Agostino in Pe- 
rugia. Schon seit 1495 hatte Meister Mattia di Tommaso da 
1) Lettere pitt. perug. 
2) Ebendaselbst. 
164.
        

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