Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513589
Pietro 
Peruyivzo. 
495 
gewiss ist es aber, wann sie die dasselbe schmiickenden Grot- 
tesken und kleinen Figuren des Apollo, der Luna und der 
fünf Planeten ausführen liessen; nur so viel ist gewiss, dass 
diese Malereien früher als die Seitenwände, und noch ehe man 
den Plan hatte, diese mit Gemälden zu verzieren, gefertigt 
wurden. Dies ergibt sich deutlich durch den öfters die Ge- 
wölbmalerei iiberdeckenden Bewurf der Seitenwände, was sicher 
vermieden worden wäre, hätte man auf deren Bewurf vorher 
gerechnet. Auch sind die Gewölbmalereien sehr von des Pe- 
rugino Manier vom Jahr 1500 verschieden, und dürften selbst 
einem andern Meister angehören;  die spillenförmigen Figür- 
Chen, 'obgleich wohlverstanden, haben viel von der frühem 
Sieuesischen Schule, erinnern an die Jugendarbeiten eines So- 
doma und B. Peruzzi. Indessen ist es mislich spätem Ent- 
deckungen vergreifen zu wollen; hier muss es genügen dar- 
auf aufmerksam gemacht zu haben. Dass Perugino ums Jahr 
1499 den Auftrag erhielt, die Seitenwände des Cambio aus- 
zumalen, und dass er einen Theil davon im Jahr 1500 ausge- 
führt, bezeugt die Inschrift am Pilaster gegenüber seinem Por- 
trait: ANNO. snnvr. MD. aber wie lange er damit beschäftigt 
war, ist unbekannt; nur wissen wir, dass seine Quittung für 
die dafür erhaltene Summe von 350 Golddncaten am 15. Juni 
1507 ausgestellt ist  
Bekanntlich malte er auf die hintere Wand in zwei Fel- 
dem die Geburt Christi und dessen Verklärung. Sodann an 
der einen Seitenwand die lebensgrossen Figuren der Propheten 
und der Sibyllen. An der andern gegenüber zwölf stehende 
Helden und Weise des Alterthums und über ihnen die vier 
Cardinaltugenden. Endlich neben der Eingangsthiire die ein- 
zelne Figur des Cato. Unter des Malers eigenes Bildniss 
am Pfeiler der Wand links setzten seine Mitbürger folgende 
Inschrift-z 
rnmvs PERVSINVS EGREGIVS mcron 
Perdita si fuerat pingendi hic retulit artem: 
Si nusquam inventa est hactenus Ipse dedit. 
Sämmtliche Figuren tragen ganz den dem Perugino ei- 
genthiimlichen Charakter, wie er in seinen frühem und spätem 
Werken vorkommt. Es ist daher anzunehmen, wie es auch in 
der Natur dieses Auftrags lag, dass der Meister alle Haupt- 
theile selbst ausgeführt, und ihm von seinen Schülern nur un- 
1) Lettere pitt. 
pefug' 
158.
        

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