Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513569
Pietro 
Perugiazo. 
493 
betung der Könige, die Taufe Christi und dessen Auferstehimg, 
nebst den beiden halben Figuren der Peruginischen Bischöfe 
Constantius und Herculanus. Sodann sollten das Hauptbild 
noch sechs kleinere Bilder umgeben, in denen die halben Fi- 
guren folgender Heiligen: S. Benedictus Abt, S. Scholastica 
seine Schwester, S. Maurus und S. Placidus sein Schüler, nebst 
dessen Schwester S. Flavia -Märtyrin und Jungfrau, endlich 
S. Coenobius, der Gründer der Kirche. Uber den Eingangs- 
thiiren zum Chor wurden noch nachträglich die sitzenden Fi- 
guren der Propheten David und Jesajas in einem zweiten Con- 
tract vom 24. November 1496 hinzugefügt, wofir man ihm 
Weitere 60 Ducaten in Gold bewilligte  "Nach Vasari war 
dieser Altarschmuck das Schönste, was jemals Perugino in Öl 
gemalt hat, und noch bezeugen die nun in alle Welt zerstreu- 
ten Fragmente die Wahrheit jenes Urtheils. Die Schönheit 
dieser Malereien ist selbst so gross, dass, besonders bei den 
kleinern Bildern, die schwerer zu beurtheilen sind, mehrere 
Stücke dem Rafael zugeschrieben wurden, obgleich dieses nach 
ihrer Entstehungszeit rein unmöglich ist. Die Haupttafel ist 
jetzt die grösste Zierde des Museums in Lyon imd ein Ge- 
schenk Papst Pius VII, als er nach dem Friedensschluss von 
1815 den Einwohnern der Stadt eine besondere Gnade erzei- 
gen wollte. Die drei Darstellungen aus dem Leben Christi gel- 
ten in der Gemäldesammlimg zu Rauen in der Normandie als 
Jugendwerke Rafaefs, drei halbe Figuren _von Heiligen sind 
in der Sammlung des Vatican, finf andere kehrten wieder in 
die Sacristei der Kirche S. Pietro maggiore nach Perugia zu- 
rück. Wohin die zwei runden Bilder mit den Propheten ge- 
kommen sind, ist nicht bekannt, aber kleine Copien in Aquarell 
von Giacinto Biboni bewahrt eben erwähnte Sacristei, als An- 
denken an das, was ihrentwendet worden. Ausserdem hatte 
sie schon Rafael, wie ich bereits angegeben, in sein Skizzen- 
buch als Studium gezeichnet. Eine schwache Wiederholung 
des Hauptbildes machte nachmals Perugino für den Dom zu 
Borgo di San Sepolcro, wo das Bild noch im Chor aufge- 
hangen ist. 
Vom Jahr 1497 ist die herrliche Altartafel, welche Pe- 
rugino für die Kirche S. Maria nuova zu Fano ausfiihrte. Die 
h. Jungfrau sitzt hier. in einer Halle auf einem Throne und hält 
das stehende Christkind auf ihrem Schoose; eine überaus gra- 
ziöse Composition, welche Perugino mehrmals, zuletzt noch 
1) Orsini 
144.
        

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