Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513529
Pietro 
Perugino." 
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gewinnen ist, die seinen Entwicklungsgang genau bezeichnet 
und den Kunstforscher in Stand setzt seine Bilder in eine 
sicherere chronologische Folge zu bringen, als bis jetzt ge- 
schehen konnte. 
Zu bedauem ist, dass P. Perugino seine Jugendwerke 
selten mit seinem Namen, und so viel mir bekannt, nie mit 
einer Jahrszahl bezeichnet hat, indem grade diese über seinen 
Bildungsgang Aufschluss geben würden, und auch grösstentheils 
zu seinen bessern Hervorbringungen gehören. Sie gverbinden 
mit seiner schönen Eigenthiimlichkeit, ein strenges Studium 
und sorgfältige Ausführung; während er später, als er -mit 
Aufträgen überhäuft war, die Sache oft leicht nahm und zu- 
letzt in ein wahrhaft handwerkmässiges Machwerk verfiel, 
Allgemein wird seit Vasari angenommen, dass eine An- 
betung der Könige in der Kirche S. Maria Nuova zu Peru- 
gia eine seiner frühesten Arbeiten ist, worin weder die floren- 
tinische, noch seine spätere ihm eigenthiimliche Behandlungs- 
weise entschieden hervortritt; sondern die ein strenges Stu- 
dium nach der Natur und eine dunkle etwas undurchsichtige 
Färbung zeigt. Nach dem darin angebrachten Bildniss von 
von sich selbst,-glaubt Herr von Bumohr es in das Jahr 1475 
setzen zu müssen. 
Entschiedener in seinem Charakter, obgleich zuweilen in 
Zeichnung und Färbung an Signorelli erinnernd, ist das schon 
erwähnte, vorzügliche Bild , jetzt in  Johanneskirche, La 
Calza genannt, zu Florenz. Besonders"ist es die Gestalt des 
Gekreuzigten, welche in Form und Haltung an die Art des 
Meisters aus Cortona erinnert. Sonst ist auch in diesem Bilde 
ein strenges Naturstudium vorherrschend, so dass des Perugino 
Eigenthiimlichkeit sozusagen nur durchscheint. 
Wären noch die Frescomalereien in der Capelle des Ca- 
stells Cerqneto vo1n Jahr 1478  vorhanden, so würden wir 
in ihnen einigen Aufschluss mehr über seine Jugendarbeiten 
finden. Leider sind sie aber wie so vieles andere aus seinen 
Jugendjahren zu Grunde gegangen. Wir miissen uns daher 
nach Rom wenden, wohin unser Meister ums Jahr 1480 durch 
Papst Sixtus lV berufen wurde, um mit den ersten Malern 
aus Florenz in der Capelle Sixtina zu malen. Allein auch da 
sind drei seiner Wandgemälde heruntergeschlagen worden, um 
deni jüngsten Gericht des Michel Angelo Platz. zu machen. 
egr. 
1) Vita, elogio e memorie dell' 
Baldassare Orsini. p. 205. 
VOTI 
Pitg 
Pietro Perqgino 
etc.
        

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