Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513462
Peirus 
Antonius 
Mesaslris. 
483 
Es soll hier nicht wiederholt werden, was in den .„lta- 
lienischen Forschungen" schon zur Genüge iiber die matte 
Wandmalerei einer Madonna mit Heiligen 'von Matteus de 
Gualdo und den bessern, spätern des Petrus Antonius 
Mesastris de Fuligno vom Jahr 1468 in der Kirche S. 
Antonio di Via Superba zu Assisi gesagt worden ist  Nur 
scheint es beachtenswerth, dass in- dem Frescogemälde neben 
der Thiire (wo nochmals ein S. Jacob u. S. Anton mit dem 
jungen S. Anzano) augenfällig zweierlei Hände zu unterschei- 
den sind. Denn der h. Anton ist ganz in der Weise des Pie- 
tro Antonio da Fuligno behandelt, währengjnvgJacobus mit 
sehnsüchtig gewandtem Blick, und der yiiidi S. Anzano 
in der Kleidung jener Zeit, Herz und Leber haltend, so wie 
auch der landschaftliche Hintergrund so bestimmt an die Ma- 
nier des Bernardino Pinturicchio erinnern, dass wohl kein Zweifel 
ist, diese Figuren wurden von letzterem, vielleicht als Gehiilfe des 
altern Meisters, ausgeführt. Scheint nun durch diesen Um- 
stand ein näheres iiusseres Verhältniss zwischen der Schule von 
Perugia und Fuligno auch begründet, so ergibt sich doch 
auch aus der auffallenden Verschiedenheit der Behandlungs- 
weisen, dass zum wenigsten Meister Mesastris keinen Einfluss 
auf Pinturicchio und überhaupt auf die Schule zu Perngia aus- 
geübt hat. Mit mehr Wahrscheinlichkeit darf man annehmen, 
dass Niccolo Alunno aus Fuligno nicht ohne Einwirkung geblieben. 
Niccolo Alunno aus Fuligno. 
Dieser Meister hat das Verdienst in der Umbrischen 
Schule den Grundton angestimmt zu haben, der zu Perugia 
reichhaltiger wiederklang und derselben ihren eigenthümlichen 
Charakter während der zweiten Hälfte des 15. bis in das erste 
des 16. Jahrhunderts gegeben. Seine frühesten Werke erin- 
nern zuweilen noch an die alterthümliche Art und Weise, z. B. 
die von Engeln umgebene Madonna vom Jahr 1465, jetzt in 
der Sammlung der Brera zu Mailand befindlich. Aber schon 
die Verkündigung vom Jahr 1466 zeigt eine solche Milde und 
Lieblichkeit in Bildung und Ausdruck der Köpfe, bei gleich- 
1) In einem Halbkreis über der Thüre des Klosters S. Lucia 
zu Fuligno ist ein schwächeres Gemälde dieses Meisters, welches 
die h. Jungfrau in der Mitte, rechts die h. Clara und links die h. 
Lucia darstellt. Es hat die Inschrift: Opus Petrus Antonius Mesa- 
stris de Fulginei pinsit 1471. Durch sie erfahrefi-"wir seinen Fami- 
liennamen, Siehe den Bericht von Dr. Gaye, Kunstblatt vom 19. 
October 1857. 
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