Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513456
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Über 
die 
der 
Illaler 
Unzbriscken 
Schule. 
feln mit den Aposteln Petrus und Paulus, auf deren Kleider- 
saum folgende Inschrift steht: FLORENTIVS. LAVRENIII. F. PINSIT. 
MccccLxxxvn. Obgleich die Behandlungsweise auch in diesen 
Bildern noch an eine ältere Schule erinnert, das heisst trocken 
und hart in den Umrissen ist, in der Färbung hell und ohne 
Schmelz; so ist die Zeichnung dagegen meist wohl verstanden, 
die Gewandung scharf und enggebrochen, sehr studirt, und 
öfters an Mantegna erinnernd. Die Charaktere der Köpfe sind 
voll Würde und Wahrheit, öfters selbst bei den Kindern und 
Engeln nicht ohne Schönheit. Da Fiorenzo im allgemeinen so 
abweichend und eigenthiimlich in Umbrien dasteht, so muss 
angenommen werden, dass er sich auswärts gebildet, vielleicht 
bei Squarcione, dem Meister des Mantegna, mit dem er, wie 
schon bemerkt, zuweilen in etwas übereinstimmt; sonst erin- 
nern des Fiorenzo Bilder auch an die der Vivarini zu Vene- 
dig, die viel für die Mark Ancona gearbeitet haben. 
Zu den von ihm in Perugia noch erhaltenen Arbeiten ist 
auch noch ein Madonnenbild im öffentlichen Palast zu zählen. 
Es befindet sich in einem Halbkreis über der Eingangsthiire 
im Saal del Cadastro nuovo. Maria, nur halbe Figur, hält 
das segnende Christkind und ist von einer Glorie von Cheru- 
bimköpfchen in zugespitzter Ellipse umgeben. Zu den Seiten 
sind noch zwei anbetende Engel. Die Köpfe haben viel An- 
muth, und die Hände sind in der Zeichnung wohl verstanden 
und von zarter Bildung. 
Zuletzt noch erwähne ich ein anderes kleineres Madon- 
.nenbild unseres Meisters, welches sich in einer Seitencapelle 
der Augustinerkirche zu Perugia befindet und dort in beson- 
derer Verehrung steht. Maria sitzt hiermit dem Kinde und 
von Engeln umgeben, in einem grau in Grau gemalten Kranz, 
gleich wie in einer Steineinfassung in Relief. Der Kopf der 
h. Jungfrau ist hier ausnehmend schön, weniger gerällig dage- 
gen der des Christkindes, was indessen vielleicht auch daher 
rührt, dass das Köpfchen theilweis durch eine angeheftete sil- 
berne Krone verdeckt und verunstaltet wird. 
Nachweisbar ist übrigens, dass Fiorenzo im Jahr 1501 
Fahnen. für die Trompeter des Magistrats gearbeitet, so wie, 
dass er noch 1521 am Leben war und von ihm in Gemein- 
schaft mit Tiberio d'Assisi ein Gutachten über eine Malerei 
des Giacomo di Guglielmo di Ser Gherardo in Castello della 
Picve ausgestellt worden  
1) Letters pitt. perug. p. 82. 130 u. 132. 

        

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