Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513423
Jahr 1469 die Prioren der Stadt einen neuen Vertrag mit 
ihm, nach welchem er die- Gemälde in zwei Jahren vollenden 
sollte. Demungeachtet erhielt er noch 1477 eine Abschlags- 
zahlung von 180 Gulden und in seinem Testament vom 6. 
Juli 1496 weist er eine gewisse Summe an, damit die Ca- 
pelle vollendet werden könne. 
Die Malereien sind jetzt in einem sehr schlechten Zu- 
stande, nur erkennt man darin noch einige charakteristische 
Portraitköpfe, und unter vielen sonst unbedeutenden Composi- 
tionen eine schöne, den Tod eines heiligen Bischofs darstel- 
lend, welche sehr an das herrliche Frescobild der Trauer über 
den Tod des h. Franciscus in S. Trinitä zu Florenz von Domenico 
Ghirlanrlajo erinnert und Wahrscheinlich von ihm, oder einer 
ähnlichen älteren aus der Schule des Giotto entlehnt ist." 
Von Benedetto" Buonügli ist noch jene Anbetung der Kö- 
nige, angeblich von 1460, in der Dominicanerkirche zu Pe- 
rugia vorhanden, nebst zwei zugespitzten Tafeln mit der Ver- 
kündigung, nun in der Sacristei der Kirche. Ein anderes Bild 
der Verkiindigimg mit S. Lucas im Vordergrund, sein Evangelium 
schreibend, war ehedem in den Orfanelli, und ist jetzt im Be- 
sitz des Buchhändlers Baduel in Perugia. Gewandung und die 
Landschaft, obgleich steifer und weniger zart, erinnern an die 
Werke des Fra Angelico da Fiesole, so auch die Färbung, ob- 
gleich sie trüber ist. Ornamente und einige Gefasse sind stark 
mit Gold aufgesetzt. 
Bilder des Buonfigli in Penigia sind noch folgende: In 
S. Pietro maggiore ist eine h. Jungfrau mit dem Leichnam 
Christi auf dem Schoose; zu ihren Seiten, links der h. Hie- 
ronymus am Pult sitzend, rechts der h. Leonhardus in einem 
Fussstock. Es trägt die Jahrszahl 1469. Für die Brüder- 
schaft von S. Bernardino malte er eine grosse Leinwand, wohl 
eine Kirchenfahne mit einem h. Bernardinus von Siena, wel- 
cher bei Christus, der von Engeln umgeben ist, sich für die 
Brüderschaft verwendet. Unten sind dann in kleinem Format 
zwei Begebenheiten dargestellt, nämlich wie der h. Bernardi- 
nus in Perugia zur Herstellung des Friedens Bücher und W af- 
fen verbrennt; sodann die Austheilung der Lichter durch 
Pius II im Jahr 1459. In diesen Darstellungen sind sehr 
viele kleine Portraittiguren," sowohl Männer, als Frauen. Im 
Hintergrund eine Ansicht der beieinanderstehenden Kirchen S. 
Bernardino und S. Francesco. Also nicht vor 1461 gemalt, 
in welchem Jahr die Facade der erstern erst vollendet wurde. 
In derselben Kirche sieht man in der Sacristei zwei einzelne
        

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