Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1513410
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Über 
die 
Jllalea- 
der 
Uznbrisclacvz 
Schule. 
Peruginer Maler geblieben seien  Gewiss ist, dass durch 
Niccolo Alunno, und noch entschiedener durch Pietro Peru- 
gino, Andrea Luigi und Bernardino Pinturicchio sich in Um- 
brien ein bestimmt eigenthünwlichel- Schulcharzikter entfaltete, 
welchen ebengetlachtel" Schriftsteller auf eine treffende Weise 
folgendermassen bezeichnet: „Fleckenlose Seelenreinheit, zum 
Höchsten aufsteigende Sehnsucht und gänzliche Hingebrlng in 
siiss schmerzliche und schwärmerisch zärtliche Gefühle." Mit 
dieser Richtung, aus welcher auch Rafael hervorgegangen ist, 
haben wir es nun, nach Erwähnung einiger vorläufigen Mei- 
ster, hauptsächlich zu thun, und iilaergehen den eigenthümli- 
chen, derben Luca Signorelli, der in einer entgegengesetzten 
Weise noch grösser, aber einsam dasteht. 
Benedetto di Buonfiglio aus Perugia. 
Obgleich Benedetto kein bedeutender Künstler war und 
ihm in den "Italienischen Forschungen" gegen Pascolig) mit 
Recht aller Einfluss auf die Bildung des Pietro Perugino ab- 
gesprochen wird, so scheint er doch um die Mitte des I5. 
Jahrhunderts derjenige Maler in Perugia gewesen zu sein, der 
als der ausgezeichnetste angesehen wurde; denn er erhielt den 
Auftrag, die Capelle; der Prioren im Stadthaus (jetzt Vorsaal 
des Delegaten) in Fresco mit den Geschichten der heiligen 
Bischöfe Ludovicus und Herculanus auszumalen. Der Contract 
ist vom 2. December 1454 s) und enthält die Bedingung, dass, 
wenn die Hälfte der Malerei vollendet sei, sie von Fra Fi- 
lippo Lippi, oder Fra Angelico da Fiesole oder Domenico Ve- 
neziano sollte begutachtet und geschätzt werden. Dieses ge- 
schah denn auch, wohl nicht ohne Zunftgeist günstig, durch 
Fra Filippo im Jahr 1461, der die ganze Arbeit auf 400 Gul- 
den schätzte 4). Allein es scheint nicht, dass Benedetto weiter 
damit fortfuhr, wohl aber führte er Klagen gegen den Capel- 
lan, und suchte die Arbeit abzulehnen. Darauf machten im 
11) Italienische Forschungen II S. 221. 
2)iPasc0li, Vite dei pittori Perugini p.'22.  
3) E: ist uns aufbewahrt in den Annali Decenvirali 1454, 
fol. 127 und abgedruckt in den Lettere pitt. perug, des Annibale 
Mariotti p. 132. Beachtenswerth ist hier auch die Verbindung der 
Peruginer mit den Florentiner Malern. 
 4) Dns Gutachten ist abgedruckt in den Lettere pitt. perug. 
p. 134. Über die weitem Verhandlungen siehe ebendaselbst bis zu 
p. 136.
        

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