Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508748
hageml. 
Giovanniäc 
ll 
So war der Herzog stets grossartigen Unternehmungen 
zugewendet und ging ihnen mit Liebe nach, indem er, wie 
Giovamli Santi berichtet, die "Baustellen oft besuchte und 
wohlwollend und heiter bald diesen, bald jenen anredete 
und sich über die Arbeiten unterhielt. Wer nun in sich 
selbst erfahren hat, wie anziehend es ist, irgend ein gros- 
ses Werk aus seinen Anfangen hervorgehen zu sehn und 
in seinem F ortgange bis zur Vollendung zu verfolgen, wird 
auch begreifen, wie in der Seele des jungen, kunstsiimigen 
Giovanni, des beständigen Zeugen der Kunstliebe seines 
verehrten Fürsten, sich hier wohl zuerst die Neigung zur 
Kunst entfaltete und sich seines Geistes bemächtigte. Er 
sagt von sich selbst in seiner Dedication an den Herzog 
Guidubaldo, dass: „zu dem Alter herangewachsen, iirwel- 
chem er vielleicht zu irgend einer nützlichen Beschäftigung 
die Fähigkeit besessen, er doch  nach vielen Versuchen, 
sich den Unterhalt zu verschaffen, die bewundruilgswürdige 
Kunst der Malerei ergriffen habe. Es seien ihm zwar da- 
durch die häuslichen Sorgen sehr vermehrt worden, welche 
auf niemanden drückender lasteten und keinem zu bestän- 
digerer Pein gereicliten, als einem solchen, welcher die 
herrliche Last trage, die selbst den Schultern eines Atlas 
schwer fallen würde. Dem möge indessen sein wie ihm 
wolle, er schäme sich nicht in dieser durchlauchigsten 
Kunst genannt zu werden." 
Aus diesen Worten geht unverkennbar hervor, 'wie 
ernst und gewissenhaft es Giovanni mit seiner Ausbildung 
in der Kunst nahm; allein wer sein Meister war, ist aus 
seinen Nachrichten nicht mit Gewissheit zu entnehmen. Bei 
diesem lllangel wollen wir einigen Andeutungen folgen, 
welche er uns im 91. Capitel seiner Reimchronik, worin er 
die ihm bekannt gewordenen Künstler  so zu sagen der 
Reihe nach  durchgeht, an die Hand gibt, 0b, verbun- 
Palästen gehabt. Allein für diese Angabe findet sich nicht der ge- 
ringste historische Beweis,'und dadurch, dass Alberti seit 14-47 ill 
den Diensten von Sigismondo Malatesta, dem erbittertsten Feinde 
des Herzogs Federico, war, verliert sie alle Wahrscheinlichkeit.
        

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