Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508732
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Der 
Palast 
in 
Gubbio. 
bauen, da der Charakter der Architektur genau mit dem 
in Urbino übereinstimmt, und in den schönen Verhältnis- 
sen, so wie in der Eleganz der einzelnen 'l'heile, z. B. der 
reichen Feustereinfassungen und der Pilaster, als noch ge- 
lungener erscheint. Auch in diesem Palast umschliesst den 
Hof, aber nur nach drei Seiten hin eine Säulenstelluxlg der- 
selben componirten Art mit darauf gesprengten Bogen, wie 
in Urbino. Auch die Fenster-, 'l'hiir- und Caminbeklei- 
dungen sind mit gleicher Pracht ausgeführt und einige we- 
nige Überreste zeigen noch, dass der Saal ehedem ausge- 
malt war  
.Ein kleines Gemach besitzt noch seine alterthümliche 
Herrlichkeit, indem es ganz mit eingelegten Holzbildern 
umgeben ist, welche Schränke vorstellen, worin Bücher, Mu- 
sikinstrumente, Spiegel, der Orden des Hosenbandes und 
andere Geräthschaften aufbewahrt sind. Die reich verzierte 
Decke hat weiss-, 1'oth-, blau- und braungefärbte Einthei- 
lungen mit sehr zierlichen goldnen Rosetten. Da die In- 
schriften FE. DUX. und u. BALDO. 11x. in den Holzarbei- 
ten vorkommen, so liegt der Beweis vor, dass diese Ar- 
beiten zum Theil erst unter'dem Herzoge Guidnbaldo nach 
dem Jahr 1482 vollendet wurden i). 
1) Jetzt dient dieser 
einer Seidenspinnerei! 
ehemalige 
Schauplatz 
der Herrlichkeit zu 
2) Wenn wir einer Note des Giuseppe Piacenza zum 1. Band 
der Werke des Baldinucci (p. 567. Turiner Ausgabe v. 1740) Glau- 
ben beimessen dürften, so hätte der Herzog selbst den Plan zu sei- 
nem Palastc gemacht. Piacenza bezieht sich dabei auf ein Manu- 
seript in der Magliabecehiana zu Florenz. Dem widerspricht aber 
eine Stelle in dem vom Herzog aus Castello di Pavia am 10. Juni 
1468 ausgestellten Patent, worin er gegen seinen Architekten Lu- 
ciano betheuert, die grösste Achtung für das architektonische Ta- 
lent zu haben, dass ihn aber wichtige Beschäftigungen abhielten, sich 
ihm zu ergeben. 
Da beide Paläste zu Urbino und Gubbio in ihren den Antiken 
entlehnten Theilen Ähnlichkeit mit der Architektur des Leon Bat- 
tista Alberti haben, namentlich mit der Facade der Kirche S. An- 
drea zu Mantua vom Jahr 1472, so ist die Meinung aufgekommen, 
als habe auch dieser Baumeister Antheil an den Planen zu obigen
        

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