Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1508716
Der 
[Jalast zu 
LW-bino. 
Stiege deckt ein 'I'0nnengewölbe mit schönen vergoldeten 
Rosetten. Sie führt zu einem rings den Hof umgebenden 
Gange, in dem der Cardinal Stoppani die 72 marmornen 
Tafeln aufstellen liess, auf welche, nach Vasari, Francesco 
di Giorgio nach Puugileoni Meister Ambrogio Baroccio, 
Sohn des Antonio da Milano) die schönen 'l'rophäen aus- 
fiihrte, die einstens die Faeade des Palastes zierten. Auf 
demselben Gange befinden sich auch die interessanten anti- 
ken lnschriften, welche derselbe Cardiual mit Eifer und 
Aufwand gesammelt. Verschwunden sind dagegen die sechs 
runden Reliefs in Bronze mit Darstellungen aus dem Leben 
des Herzogs F ederico und ein siebentes mit der Kreuzab- 
nahme, welche der geschickte Bronzegiesser Clemente ge- 
fertigt hatte.  
Der grosse gewölbte Saal prangt mit zwei reich vera 
zierten Caminen und mit mehreren grossen gemalten Wap- 
pen der Verbündeten, nebst dem öfters wiederkehrenden 
Marcuslöwen der Republik Venedig. Sowohl dieses Sinn- 
bild, als auch die am Gewölbe öfters angebrachten Buch-_ 
staben F. C. beweisen, dass dieser Theil schon vor 1474., 
zur_Zeit als Federieo noch Graf war, vollendet wurde. Gleich 
den Camiilexi, sind auch alle Thiir- und Fenstereinfassun- 
gen von weisslichem Marmor, deren zierliche, den antiken 
nachgebildete Ornamente auf azurblaueln Grunde theilweise 
geschmackvoll vergoldet sind.  
In dem nun öden Bibliothekszimmer  zog neben de- 
len köstlichen Folianten die berühmte hebräische Bibel die 
Aufmerksamkeit auf sich, indem sie auf einem metallnen 
Lesepult, den ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln bildete, 
besonders aufgestellt war. Ein Gemach neben der Biblio- 
thek diente mit seinen rings umlaufenden geschnitzten Bän- 
ken zum Studirzimmer; an den Wänden desselben hatte der 
Herzog die Portraits der berühmtesten antiken und moder- 
nen Schriftsteller "mit kurzen, lebenden Unterschriften aus- 
1) Denn seit 1657 ist. die Handschriftensammlung nach Rom ghe- 
byaßht, wo sie noch jetzt einen der wichtigsten Theile der vatica? 
nischen Bibliothek bildet. Vergl. Blume Iter Italicum III. p. 53.
        

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