Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512997
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Maler 
in 
Urbino. 
den Hauptaltar für die Kirche S. Bernardino daselbst. Die 
Madonna mit dem Kinde hielt P. Tommaso fiir die Bildnisse 
der Herzogin Battista von Urbino und ihres Söhnchens Guidu- 
baldo, aber ohne hinreichende Gründe. Sicherer scheint, dass 
dabei mehrere Personen aus der Familie Montefeltro knien. 
Unter der französischen Herrschaft kam das Bild nach Mai- 
land in die Gemäldesammlung der Brera,  F. Pungileoni 
S. 54. erwähnt noch eine nun auch abhanden gekommene Ta- 
fel, ehedem in S. Maria della Bella, ohne sie näher zu be- 
schreiben. Ferner ersehen wir aus seinen Mittheilungen, dass 
Bartolomeo schon im Jahr 1456 in Urbino war und noch im 
Jahr 1484 im Buch G der Briiderschaft erwähnt wird, aber 
1488 nicht mehr lebte, da er im Erzpriesterthuin durch einen 
gewissen Baldassarre war ersetzt worden. Nach diesen Anga- 
ben sind die des Lanzi zu berichtigen, der ihn schon im Jahr 
1478 gestorben glaubt. Hier ist auch noch zu erwähnen, dass 
Lomazzo in seinem Trattato della pittura p. 407 unsern Car- 
nevale unter diejenigen Künstler zählt, welche vorzüglich schön 
architektonische Gegenstände gezeichnet haben. 
12. Melozzo da Forli. Von ihm weiss ich nichts 
Weiter mitzutheilen, als was schon durch Vasari, Scanelli und 
Morelli bekannt ist. Nur mache ich hier darauf aufmerksam, 
dass im Microcosmo della pittura des Scanelli unser Melozzo da 
Forli mit Mantegna genannt wird, zur Unterstützung der An- 
sicht, dass er mit diesem in enger Verbindung gestanden. 
13. Dass es auch einen Maler Marcus Melozzo da 
Forli gegeben habe, erhellt aus der Inschrift einer Altartafel 
in der Franciscanerkirche zu Matelica bei Fabriano. Sie stellt 
eine auf einem Thron sitzende Maria vor, welche das stehend 
segnende Christkind auf ihrem Schoose hält; links steht der 
h. Franciscus, rechts die h. Katharina von Alexandrien; den 
Hintergrund bildet eine Landschaft. Oben in einem Halbkreis 
ist Maria, den Leichnam Christi im Schoose haltend, darge- 
stellt, bei ihr befinden sich zwei Frauen, der Evangelist Jo- 
hannes und der h. Bischof Lodovico. In der Altarstaflel sieht 
man das Abendmal und einige_ kleine Darstelhmgen aus dem 
Leben obgenannter Heiligen. Inschrift: „Marchus de Melotius 
foroliviensis faciebat. Al temp. de frate Zorgo Gilardiano del 
MCCCCCI." Im allgemeinen ist an diesem braven Bilde der 
Einfluss der Schule des Giov. Bellini nicht zu verkennen, so- 
wohl in Bezug auf den Faltenwurf als auf das Colorit, ohne 
dass dieses den Glanz und die Lebhaftigkeit besässe, welche
        

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