Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512989
Maler 
in 
Urbino. 
435 
Pietro di Franceschi nostro terraneo, Passiduo de la excellenza 
V. D. casa familiare, per un suo compedioso trattato dePArte 
pictoria, e de la lineare forza in perspectiva com- 
pose. E al presente in vostra degnissima biblioteca, appresso 
lialtra innumerabile moltitudine de volumi in ogni facoltä electi, 
non immeritamente se ritrova."  Diese Schriften des Pietro, 
welche schon zu Vasari's Zeiten in Privathänden zu Borgo di 
San Sepolcro waren, werden nun zum Theil im Hause Marini 
daselbst sorgfältig aufbewahrt. 
Nach diesen Mittheilungen sind die schon in dem Vor- 
wort citirten Angaben des Verfassers der „Italienischen For- 
schungen" III S. 39, unsern Meister betreffend, zu berichtigen. 
Aber auch was derselbe Schriftsteller noch weiter bei Gele- 
genheit der Frescogemälde _im Chor der Kirche S. Francesco 
zu Arezzo sagt, scheint mir eben so ungegriindet; er äussert 
sich nämlich folgendermassen: „ Diese Gemälde sind mit Fer- 
tigkeit gemalt, doch sehr manierirt.  Der schwächliche 
Geist  welcher darin sich ausspricht, kann weder auf Pe- 
rugino, noch überhaupt auf die damalige Kunstentwicklung ein- 
gewirkt haben. "t  Nun zeigen aber jene Frescobilder selbst 
jetzt noch in ihrem zum Theil mishandelten Zustande Vor- 
ziige und Schönheiten, wie wir sie nur selten bei den Zeitge- 
nossen unsers Meisters treffen, wie z. B. in den schönen Ge- 
stalten der Frauen bei der Findung des Kreuzes; und eine 
zu jener Zeit ungewöhnliche Kenntniss der Beleuchtung, wie 
in der schon von Vasari so gerühmten Darstellung der Vision, 
welche Constantin der Grosse in seinem Zelte schlafend hatte, 
die so bewundrungswürdig ist, dass ein Entwurf dazu, der 
sich im Nachlass Lawrenee befindet, von W. Y. Ottley in sei- 
nem Werk der Facsimile italienischer Zeichnungen, als von 
Giorgione her-rührend, bekannt gemacht wurde. Aus der Schule 
des Pietro della Francesca sind zwei der ausgezeichnetesten 
Maler ihrerZeit hervorgegangen: Luca Signorelli und Melozzo 
da Forli.  Dass Meister Pietro noch im Jahr 1494 lebte, 
also nicht, wie angenommen wird, schon 1484 gestorben, be- 
weist obige Stelle des Fra Luca Pacciolo. Sehr werthvolle 
Berichtigungen enthält noch die Übersetzung des Vasari von 
Ludw. Schom. Stuttgart 1837, und die kürzlich in Florenz 
erschienene „Vita di Pietro della Francesca pittore del Borgo 
San Sepolcro, da Giorgio Vasari arrichita di note illustrative." 
11. Bartolomeo Coradini, Dominicaner, auch Ffa 
Ca rnevale genannt, war aus S. Cassiano di Cavallino ge- 
biirtig, lebte längere Zeit in Urbino und malte im Jahr 147? 
28 t
        

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