Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512979
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Illaler 
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13,0 
cro ist ein vorzügliches Bild, eine Madonna del Popolo im 
Hauptbilde darstellend, Zu den Seiten des ausgebreiteten 
Mantels der Maria knien links vier Männer, und rechts vier 
Frauen, alle Portraite. In den andern Abtheilungen des Al- 
tarblattes stehen unten der h. Sebastian, Johannes der Täu- 
fer, S. Antonius und S. Bernardino. Zu den Seiten sind im- 
mer fünf kleinere Füllungen mit stehenden Figuren, oben eine 
Verkündigung, die übrigen mit einzelnen Heiligen. Über dem 
Hauptbilde ist noch ein Christus am Kreuze mit Maria und 
Johannes, und unten in einer Predella vier kleine Bilder, dar- 
stellend: Christus auf dem Oelberg, die Geisslung, die drei 
Frauen am Grabe und wie Christus der Magdalena erscheint. 
Ein hübsches Bild von Pietro della Francesca befindet sich 
in der Akademie zu Perugia, leider hat es aber sehr gelitten. 
Maria mit dem Christkinde sitzt auf einem Thron; rechts der 
h, Franciscus und die h. Elisabeth, links Johannes der Täufer 
und S. Anton. Der goldne Grund ist teppigartig gehalten. 
Oben ist die Verkündigung dargestellt. 
 Aus diesen Werken scheint hervorzugehen, dass Pietro 
della Francesca den Masaccio studiite, denn nicht nur hat er 
dessen scharfe Beleuchtung, sondern auch dessen leuchtenden 
bräunlichen Ton in den Schatten der Carnation und die Weiss- 
lichen Lichter, welche diesem Meister eigen sind. Des Pietro 
Gesichtsbildungen haben alle etwas sehr Eigenthiimliches, Cha- 
rakteristisches, was indessen nicht schön zu nennen ist. Ei- 
gen behandelte er die Haare, besonders in seinen Bildern a 
Tempera, die wenig Massen bildend und ungeordnet, gleich 
länglichen verwirrten Flöckchen das Haupt umgeben. Die Pro- 
portionen seiner menschlichen Gestalten sind meistens kurz, _in 
den Gelenken sind sie stark, besonders um die Knöchel der 
Beine, die manchmal wie geschwollen aussehen. Der Falten- 
wurf, obgleich immer grossartig, ist etwas bauschig und eckig 
gebrochen. Die Färbung, im allgemeinen kräftig, ist milder 
und hat mehr Harmonie als bei den meisten seiner Zeitge- 
nossen. In der Kenntniss der Perspective war er ausgezeich- 
net; auch schrieb er über sie und Geometrie einen Tractat, 
welchen die Herzoge von Urbino besassen, wie dieses sein 
Schüler Luca Pacciolo in seiner "Summa de aritmetica, geome- 
tria, proportionalita etc. 1523" in der Dedication vom Jahr 
M94 anden Herzog Guidubaldo von Urbino folgendermassen 
sagt: „La perspectiva se ben si guarda senza dubbio nulla sa- 
rebbe, se questa (la geometria) _non si accomodasse. Come 
al pieno dimostra il monarca alli tempi nostri de la pictura
        

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