Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512966
[Vlaler 
in 
Urbino. 
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Hintergrund die Geisslung Christi vor Pilatus vorgestellt; im 
Vordergrund stehen drei junge Männer von Stande als Zuschauer, 
einer von ihnen zur rechten Seite ist in einen, auf niederlän- 
dische Art behandelten, reichen Goldbrokat gekleidet. Dabei 
steht: convenerunt in unum. Es soll eine Satyre auf drei dem 
Herzog feindlich gesinnte Fiirsten sein. Das sehr zart behan- 
delte Bildchen hat noch folgende Inschrift: ovvs PETKI m: 
Bvneo sc1 SEPVLCRI. 
Bedeutendere Werke des Meisters findet man noch in 
Arezzo und in seiner Vaterstadt; da nun Vasari derselben nur 
Oberflächlich erwähnt, soll hier eine genauere Angabe folgen. 
Zu seinen Jugendwerken zähle ich den Altar in der Sa- 
cristei des Doms in Citta di Borgo di San Sepolcro. Das 
Mittelbild stellt die Taufe Christi vor, und in den Seitentafeln 
stehen die Apostel Petrus und Paulus. Noch schmücken an- 
dere kleine Figuren die Architektur des Altars, und in der Al- 
tarstatlel ist eine Kreuzigung Christi, nebst vier Darstellungen 
aus dem Leben Johannes des Täufers. Es ist ein geringes 
Werk des Meisters. Nach einer Note in der deutschen Uber- 
setzung des Vasari, wäre nur das Mittelbild von Pietro's, die 
übrigen Tafeln von anderer Hand und theilweis übermalt. 
 Besser, obgleich auch noch seiner friihern Zeit angehö- 
rend, ist das Altarblatt im Chor der Marienkirche der P. P. 
Serviti. Es stellt eine Himmelfahrt Mariä vor. Die h. Jung- 
frau, eine schöne  Gestalt von anmuthiger Gesichtsbildung, 
sitzt weiss gekleidet auf einem Throne von zwei Engelchören 
umgeben; die Apostel schauen staunend ins Grab, Oben 
schwebt Christus mit den Patriarchen und den Propheten zu 
den Seiten.  Einzelne Bilder, ehedem wohl Theile des Al- 
tars, sieht man in der Sacristei; nämlich zwei Flügelbilder 
mit Johannes dem Täufer und S. Antonius, und den Apostel 
Paulus mit der h. Lucia; oben in zwei Runden die halben Fi- 
guren der Verkündigung. 
Ausgezeichnet und anerkannt das beste Werk von Pietro 
ist die grosse Frescomalerei in dem jetzigen Magazin des 
Monte di Pieta. Christus mit der Siegesfahne aus dem Grabe 
steigend, ist eine wahrhaft grandiose, würdige Gestalt, Im 
Vordergrund liegen vier schlafende Wächter, mit viel Verständ- 
niss in starken Verkiirzungen gezeichnet und modellirt. Die 
Köpfe sind von einer Wahrheit, die Staunen erregt, wie über- 
haupt die Behandlung in dieser Malerei als höchst meister- 
haft muss anerkannt werden.  
Auch im Oratorium des Hospitals in Borgo di S. Sepol- 
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