Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512766
Fanziliennaclzriclztenz. 
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Die Hinterlassenschaft des Giovanni Santi war auf 860 Flo- 
ren geschätzt worden, welche im Fall des Aussterbens seiner 
Nachkommen an die Bruderschaft von Sta. Maria della Mise- 
ricordia fallen solle. Dieses ereignete sich schneller, als er 
voraussehen konnte, und die Bruderschaft machte nach RafaePs- 
Tod ihre Rechte geltend. Da. indessen von obiger Summe die 
150 FIOTEII Mitgift der Magia und andere 150 Floren der 
jung verstorbenen Tochter Elisabetta, so auch 79 Floren, wel- 
ehe dem Rafael rechtmässig zukamen, ohne dass der Vater 
darüber verfügen durfte, abzuziehen waren, ferner-SO Floren 
dem Kloster S. Chiara und 100 Gulden au D. Girolamo Va- 
gnini als Legate waren vermacht worden, so erhielt besagte 
Bruderschaft am 20. Juni 1521 aus der Hinterlassenschaft von 
Seiten' der Santi nur 355 Floren, wie dieses aus ihrem Buch 
Bl. 389 zu ersehen ist. 
Verwickelter war es die Ansprüche der Briiderschaft an 
die Familie Ciarla herauszustellen, indem Don Girolamo Va- 
guini von verschiedenen Mitgliedern der Familie Santi war be- 
dacht worden, und seine Grundstücke sehr an Werth gewon- 
nen hatten. Am 6. Juni 1521 kam es hierüber zu einem Ver- 
gleich unter den Erben der Familie Ciarla und Vagnini, wel- 
che P. Pungileoni in seinem Elogio stor. di Baifaello Santi 
S. 266-278 umständlich auseinandersetzt, worauf wir ver- 
weisen. Hier genüge folgende Angabe: Von den 1070 Floren 
an Gütern und Geld, welche die Familie Ciarla von Rafael 
erbte, zahlte Maddalena, die Tante Rafaefs mütterlicher Seits, 
280 Floren an die Briiderschaft. Der Rest zerfiel in vier glei- 
che Theile, jeder von 19772 Floren an folgende Erben: An 
Rafaefs Oheim Agostino Ciarla, an Maddalena Ciarla-Zaccagna, 
an Rodolfo Zaccagua, Sohn der Lucia Ciarla, und an Giov. 
Battista und Giov. Francesco, Söhne des Simone Ciarla, den 
Rafael vorzüglich liebte und als seinen zweiten Vater ansah. 
Nach einer Angabe in dem Brief des Marcantonio Michiel 
de Ser Vettor vom 21. April 1520 an Antonio di Marsilio in 
Venedig, hat Rafael ein Vermögen von 16,000 Ducaten hin- 
terlassen, und sein von Bramante erbautes Haus, auf 3000 Du- 
caten geschätzt, dem Cardinal Divizio da Bibiena, dem Oheim 
seiner Braut vermacht; welche Notizen noch zu berichtigen 
übrig bleiben. 
Eine andere Verfügung des Testaments kennen wir aus 
dem durch die Testamentsexecutoren Battista Branconi von 
Aquila und Baldassare Turini von Pescia gemachten Ankauf ei- 
nes Hauses in der Strasse dei Coronari, Plmmagine genannt,
        

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