Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512556
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Rafaefs 
Schule 
erlischt 
Rom. 
in 
versucht, ebensowohl die von Bartsch unter eine Rubrik 
gebrachten Werke der drei Kupferstecher Marc Antonio 
Agostino Veneziano und Marco da Ravenna zu sondern, als 
auch die Meister richtig anzugeben, nach welchen ein je- 
des Blatt gestochen ist. Beigeüigt sind noch die Angaben 
einiger dem verdienstvollen Bartseh entgangenen Blätter und 
sonstige Notizen, die manchen Kmlstfreunden angenehm 
sein dürften. 
Nachdem ich anschaulich zu machen gesucht, wie sich 
die unmittelbare Einwirkung Rafaefs auf seine Schüler ge- 
staltete und wie diese, in alle Gegenden Italiens zerstreut, 
seiner Art und Weise in den verschiedensten- Moditicatio- 
nen eine grosse Ausdehnung gegeben, bleibt noch kurz zu 
berichten, wie seine Schule bald nach seinem Tode in Rom 
selbst erlosch und wie sich die Wiege seiner Kunst mit ei- 
nemmale ganz von seinen Schülern verlassen fand. Hiezu 
trugen verschiedene Ursachen bei: Erstlich blieben die Künst- 
ler nach dem im Jahr 1521 erfolgten Ilinscheiden Leo's X 
ohne alle. Beschäftigung für die Regierung, so dass viele 
derselben Rom verliessen. Zwei Jahre späterü, unter Cle- 
mens VII, erhielt zwar das KllDStlCbEH wieder eine neue 
Anregung und mehrere Schüler Rafaefs fanden Beschäfti- 
gung, indeml sie beauftragt wurden unfertig zurückgelas- 
sene Werke ihres Meisters zu vollenden. Nachdem aber 
auch Giulio Romano seinen Sitz in Mantua aufgeschlagen 
hatte, erhielten Michel Angele und sein Günstling Seba- 
stiano del Piombo ausschliessenden Einfluss. Die beklagens- 
werthe Plünderung Roms im Jahr 1527 zerstreute vollends 
die noch zurückgebliebenen Schüler RafaePs und der nach- 
wirkende Einiiuss des hohen Meisters versiegte mit "einein- 
male. Zwar glänzte RafaePs Name als das leuchtendste 
Gestirn auch in den folgenden Zeiten am Künstlerfirrum 
mente; allein wer könnte in der Verehrung der Zuecheri 
und des Vasari auch nur eine Spur der Nachwirkung des 
Geistes entdecken, durch welchen Rafael unsterblich wurde. 
Später zwar widmeten ihm Annibale Caracci und Guido 
Reni erfolgreichere Verehrung, und sicher beweisen sie in 
den Deckenmalereien im Palast Farnese und dem Garten-
        

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