Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1512539
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aus 
Kupferstech er 
Rafaefs 
Schule. 
oder Schüler, welche seine Art und Kunst in entlegene Ge- 
genden fortpflanzten , auch die leicht zu verbreitenden 
Kupferstiche nach seinen Compositionen trugen viel dazu 
bei ihm die allgemeinste Anerkennung zu verschaffen. Die 
Stiche des Marc Antonio Raimondi und einiger seiner Schü- 
ler sind in der That sehr geeignet das eigenthümliche Ver- 
dienst des Meisters zu veranschaulichen und in gewisser 
Hinsicht so meisterhaft ausgeführt, wie seitdem nicht wie- 
der Ähnliches nach Rafaelischen Werken ist geleistet wor- 
den. Ich will mich hier nicht in eine Untersuchung ein- 
lassen, was die Arbeiten des Marc Antonio hinsichtlich der 
Technik noch zu wünschen übrig lassen, noch in dieser 
Beziehung seinen deutschen Zeitgenossen, wie Albrecht Dürer 
und Lucas von Leyden, den Vorrang absprechen, noch neue- 
ren Leistungen eine weit grössere Ausbildung streitig machen. 
Betrachten wir aber das Wesentliche der Sache, so müssen 
wir gestehen, dass der eigenthümliche Geist RafaePs nie 
wieder durchgehend so richtig, frei und lebendig ist wie- 
dergegeben worän, als eben in jenen Marcantonischen 
Stichen. Dieses ist um so bewundrungswürdiger, als jene 
Kupferstecher ihre Blätter selten nach sehr vollendeten Zeich- 
nungen ausführten, sondern meist nach flüchtigen Feder- 
entwürfen, in denen zwar des Meisters Geist aufs leben- 
digste hervortritt, die aber besonders in den Gewändern 
und Nebendingen nur die nöthigsten Andeutungen zeigen. 
Den Vorzug hat indessen eine jede lebendig alle Kunst- 
zweige durchbildende Schule, dass alles, was aus ihr her- 
vorgeht, den Genius derselben athmet, und so lebendig 
ausspricht, wie es nie eine spätere Zeit wieder zu erreichen 
im Stande ist. Wir wollen uns hier nur noch an ein an- 
deres Beispiel, an die Schule des Rubens, erinnern, Wie 
lebendig und frei in der Behandlung haben die daraus her- 
vorgehenden Kupferstecher den Charakter des Meisters wie- 
dergegeben; wie unmöglich war es bis jetzt den spätem 
Kupferstechern und Lithographen, ihnen hierin nur einiger- 
massen nahe zu kommen. Dagegen zeigten auch jene schon, 
dass sie nur in ihrer Weise vortrefflich sein konnten und 
lassen höchst imbefriedigt, wenn z. B. L Vorstermann nach
        

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